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Faust. Eine TragĂśdie
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Faust. Eine TragĂśdie (auch Faust. Der TragĂśdie erster Teil oder kurz Faust I) von Johann Wolfgang von Goethe gilt als eines der bedeutendsten und meistzitierten Werke der deutschsprachigen Literatur. Die 1808 verĂśffentlichte TragĂśdie greift die Geschichte des historischen Doktor Faustus auf und wird in Faust II zu einer Menschheitsparabel ausgeweitet.
Contents
⢠Inhalt
⢠Figuren
⢠Ăbersicht
⢠Gliederung
⢠Sprache
⢠Interpretationen
⢠Hindernisse
⢠Deutungen
⢠Adaptionen
⢠Verfilmungen
⢠Vertonungen
⢠Weiteres
⢠Leseausgaben
⢠Periodika
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Inhalt
Figuren
⢠Dr. Heinrich Faust, ein Gelehrter
⢠Mephistopheles (Mephisto), Teufel
⢠Margarete, genannt Gretchen, ein junges Mädchen
⢠Marthe Schwerdtlein, Gretchens Nachbarin
⢠Wagner, Fausts Famulus
⢠Valentin, Gretchens Bruder
⢠Hexe
⢠Schßler
⢠Frosch, Brander, Siebel, Altmayer, âlustige Gesellenâ in Auerbachs Keller
⢠Lieschen, eine Bekannte Gretchens
⢠Direktor, ein Theaterdirektor
⢠Dichter
⢠Lustige Person, ein Schauspieler
⢠Der Herr, Gott
⢠Geist, Erdgeist
AuĂerdem: Chor der Engel, Chor der Weiber, Chor der JĂźnger, Spaziergänger aller Art, Bauern, Geister, Hexentiere, BĂśser Geist, Walpurgisnacht-Figuren, Stimme von oben, ein Pudel, Meerkatzen der Hexe.
Ăbersicht
Die Handlung von âFaust Iâ verbindet die âGelehrtentragĂśdieâ (TragĂśdie des Gelehrten Faust) und die âGretchentragĂśdieâ.
Heinrich Faust, wie sein historisches Vorbild Johann Georg Faust (ca. 1480â1538) ein nicht mehr junger, aber angesehener Forscher und Lehrer, zieht eine selbstkritische Lebensbilanz: Als Wissenschaftler fehle es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren Ergebnissen und als Mensch sei er unfähig, das Leben in seiner FĂźlle zu genieĂen. Tief deprimiert und lebensmĂźde geworden, verspricht er Mephisto seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, Faust von seiner Unzufriedenheit zu befreien und fĂźr stetige Abwechslung zu sorgen. Mephisto schlieĂt mit Faust einen Pakt in Form einer Teufelswette. Mephisto, der als Teufel angesehen werden kann und dem neben Zauberkräften auch Humor und Charme zu Gebote stehen, ist bestrebt, Faust vom rechten Weg abzubringen. Er verwandelt ihn zurĂźck in einen jungen Mann, nimmt ihn mit auf eine Reise durch die Welt und hilft ihm, die Liebschaft mit der jungen Margarete (Gretchen) einzufädeln, einer zunächst naiv dargestellten, jungen Frau, in die sich Faust sofort verliebt, nachdem ihm Mephisto einen Zaubertrank Ăźbergeben hat. Faust bringt Gretchen in eine Lebenskrise, indem er sie verfĂźhrt und dabei schwängert und indem er den Tod von Gretchens Mutter und Bruder herbeifĂźhrt. Gretchen bringt ein uneheliches Kind zur Welt, tĂśtet es aus Verzweiflung und wird daraufhin verhaftet. Faust will sie mit des Teufels Hilfe vor der Hinrichtung retten; er versucht vergeblich, sie zur Flucht zu Ăźberreden, kann sie aber nicht davon Ăźberzeugen. Er muss sie schlieĂlich ihrem Schicksal und der Gnade Gottes Ăźberlassen.
Detaildarstellung
Die Handlung (Szenentitel nach Goethe, Einzelheiten und Zitate kursiv)
Einleitung
Zueignung
Bei dem Gedicht âZueignungâ handelt es sich inhaltlich um eine Elegie, formal um eine Stanze. Goethe spricht darin die Personen des Dramas selbst an, berichtet vom Erwachen des Schaffensprozesses und gibt die GefĂźhle wieder, die sich seiner dabei bemächtigt haben. Er trauert den vergangenen Zeiten nach, seiner Jugend, seiner ersten Liebe und Leidenschaft und den verlorenen Gefährten dieser Zeit.
Vorspiel auf dem Theater
Ein Theaterdirektor, ein Dichter und die Lustige Person (gemeint ist ein Schauspieler) streiten Ăźber Sinn und Zweck eines gelungenen Theaterspiels. Der Direktor betont dessen unternehmerische, der Dichter die kĂźnstlerische, die Lustige Person die unterhaltende Absicht. Ihr Kompromiss sei das nun folgende UniversalstĂźck, der Faust: So schreitet in dem engen Bretterhaus / den ganzen Kreis der SchĂśpfung aus / und wandelt mit bedächtâger Schnelle / vom Himmel durch die Welt zur HĂślle! (V. 239â242).
Prolog im Himmel
Der Prolog im Himmel beginnt mit einer Verherrlichung der Werke des Herrn (Gottes) durch die Dreiergruppe der Erzengel. Deren positive Sichtweise wird durch Mephisto spĂśttisch in Frage gestellt. Darauf folgend schlieĂen Mephisto und der Herr eine Wette ab, die an die Hiobswette im Alten Testament angelehnt ist. Der Herr bringt die Sprache auf Doktor Faust, seinen Knecht (V. 299), der ihm bisher nur verworren diene (V. 308). Mephisto wettet, er kĂśnne Faust verfĂźhren, vom rechten Weg abzuweichen. Der Herr lässt Mephisto gewähren (Nun gut, es sei dir Ăźberlassen! (V. 323)), sagt aber voraus, dass Mephisto verlieren werde: Und steh beschämt, wenn du bekennen musst: / Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange / ist sich des rechten Weges wohl bewusst (V. 327â329).
Der TragĂśdie erster Teil
Nacht â Faust, Erdgeist, Wagner
Der promovierte Gelehrte Heinrich Faust zweifelt am Erkenntniswert der Wissenschaft, die weit davon entfernt sei, zu erklären, was die Welt im Innersten zusammenhält (V. 383). Er zieht die Summe seiner langjährigen Studien und sieht, dass wir nichts wissen kÜnnen! (V. 364). Um der realwissenschaftlichen Sackgasse zu entkommen, greift er zur Magie und beschwÜrt den Erdgeist, die wirkende Kraft der Natur.
Er hofft, durch ihn zur Teilhabe am Leben des gĂśttlichen Alls zu gelangen: Der Du die weite Welt umschweifst, / geschäftiger Geist, wie nah fĂźhl ich mich dir! (V. 510â511), wird aber von jenem Geist nur verhĂśhnt und schmerzvoll an seine eigene Sterblichkeit erinnert: Wo ist der Seele Ruf? / Wo ist die Brust, die eine Welt in sich erschuf? [âŚ] Wo bist Du, Faust, des Stimme mir erklang? [âŚ] Ein furchtsam weggekrĂźmmter Wurm! (V. 490â491, V. 494, V. 498). So entzieht sich der Erdgeist Faust, und Wagner tritt auf.
Aus Verzweiflung und einem letzten BedĂźrfnis nach GrenzĂźberschreitung beschlieĂt Faust, sich durch Gift das Leben zu nehmen, wird jedoch durch das Glockengeläut zum Ostersonntag, das ihn weniger an die christliche Botschaft als an glĂźckliche Kindertage erinnert, davon abgehalten, das Gift auszutrinken.
Vor dem Tor â Osterspaziergang
Am nächsten Tag, dem Ostersonntag, unternimmt Faust mit Wagner einen festtäglichen FrĂźhlingsspaziergang und mischt sich unter das promenierende Volk. Bei dieser Gelegenheit zeigt sich, welch hohe Achtung Faust seiner medizinischen Verdienste wegen bei der LandbevĂślkerung genieĂt. Die Szene zeigt einen Querschnitt der Gesellschaft: Es treten BĂźrger und Bauern auf, Studenten, Handwerksburschen und Soldaten, BĂźrgertĂśchter und Mägde. In ihren Gesprächen werden unterschiedliche Anschauungen der verschiedenen Stände und Generationen deutlich.
Faust offenbart Wagner sein inneres Zerrissensein zwischen kĂśrperlichen und geistigen BedĂźrfnissen, zwischen irdischen und himmlischen Ambitionen: Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, / die eine will sich von der andern trennen: / die eine hält, in derber Liebeslust, / sich an die Welt mit klammernden Organen; / die andre hebt gewaltsam sich vom Dust / zu den Gefilden hoher Ahnen. (V. 1112â1117).cite-ref-1[1]
Ein seltsamer schwarzer Pudel folgt den beiden Spaziergängern; Faust nimmt ihn mit in sein Studierzimmer.
Studierzimmer (I) â Pudelszene: Faust, Mephisto
Faust Ăźbersetzt den Anfang des Johannesevangeliums (Joh 1,1 ). Um den Sinn des griechischen Wortes logos zu erfassen, zieht er die Ăbersetzungen Wort, Sinn und Kraft in Erwägung und entscheidet sich dann fĂźr Tat: Im Anfang war die Tat! (V. 1237).
Unterdessen wird der ihm zugelaufene Pudel unruhig. Von Faust zur Rede gestellt und mit ZaubersprĂźchen beschworen, entpuppt sich das Tier schlieĂlich als Mephisto (Das also war des Pudels Kern! (V. 1323)), der sich vorstellt als ein Teil von jener Kraft, / die stets das BĂśse will und stets das Gute schafft (V. 1335â1336) und als Geist, der stets verneint (V. 1338).
Studierzimmer (II) â Teufelspakt, SchĂźlerszene
Im sogenannten Teufelspakt verpflichtet sich Mephistopheles, Faust im Diesseits zu dienen und hier alle WĂźnsche zu erfĂźllen. Im Gegenzug ist Faust bereit, dem Teufel seine Seele zu Ăźberantworten, falls es diesem gelinge, ihm ErfĂźllung und LebensglĂźck zu verschaffen (Faust: Werdâ ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schĂśn! / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zugrunde gehn! (V. 1699â1702)).
Mephistopheles knĂźpft an Fausts Enttäuschung Ăźber sein Studierstubenleben an, um ihm den banalen Lebensgenuss schmackhaft zu machen: Wir mĂźssen das gescheiter machen / Ehâ uns des Lebens Freude flieht. (V. 1818â1819) Hinter seinem RĂźcken verhĂśhnt er ihn: Verachte nur Vernunft und Wissenschaft ⌠(V. 1851).
In Fausts Professorentalar gekleidet, hält Mephisto einen soeben neu angekommenen Studenten mit einer zynischen Studienberatung zum Narren und holt aus zu einem satirischen Rundumschlag gegen die Universitätsgelehrsamkeit im Allgemeinen und die Engstirnigkeit einzelner Fakultäten im Besonderen.
Die Begegnung mit dem SchĂźler endet mit dem Eintrag in dessen Stammbuch: Eritis sicut Deus scientes bonum et malum (Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und bĂśse ist (V. 2047)). Damit zitiert Mephisto die Worte, die die Schlange der Bibel zufolge an Adam und Eva richtete, um sie zur SĂźnde zu verfĂźhren.cite-ref-2[2] Indem Mephisto in seinem anschlieĂenden Kurzmonolog die Szene mit den Worten Dir wird gewiss einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange! (V. 2049) verspottet, bewertet er zugleich indirekt Fausts Streben nach Gottesebenbildlichkeit (V. 614) als Wiederholung des SĂźndenfalls.
Auerbachs Keller in Leipzig
Vier angetrunkene Studenten in Auerbachs Keller versuchen, sich mit zotigen Scherzen und ordinären Liedern in Laune zu bringen. Mephisto fĂźhrt Faust ins Lokal, um ihm zu zeigen, wie leicht sichâs leben läĂt (V. 2160). Als Ortsfremde erregen beide das Interesse der Zechenden. Durch ein Lied versteht Mephisto, sich schnell in deren Kreis einzuschmeicheln, und als er jedem die gewĂźnschte Weinsorte aus dem Tisch zaubert, steigt die Stimmung. Faust hat davon bald genug, aber Mephisto bittet um Geduld: Gib nur erst acht, die Bestialität / wird sich gar herrlich offenbaren (V. 2297â2298). Der Wein verwandelt sich plĂśtzlich in Feuer und die Betrunkenen versuchen daher, Mephisto mit Messern anzugreifen. Dank seiner magischen Kräfte gelingt es diesem jedoch, die Gefahr zu bannen und mit Faust zu entfliehen. Die Studenten bleiben verwundert zurĂźck: Nun sag mir eins, man soll kein Wunder glauben! (V. 2336).
HexenkĂźche
Mephisto fĂźhrt Faust in eine HexenkĂźche, in der ihm â unter der Deklamation des Hexeneinmaleins â ein Zaubertrank verabreicht wird, der ihn verjĂźngt und ihm jede Frau begehrenswert erscheinen lässt. Faust legt zunächst Widerworte ein, fĂźgt sich dann aber doch. Ăberrumpelt von Mephistos schmeichelnden VerheiĂungen und der verwirrenden Umgebung in diesem Wust von Raserei (V. 2339), trinkt er das Zaubergebräu. Noch bevor seine kĂśrperliche VerjĂźngung einsetzt, erblickt er in einem Spiegel das Idealbild einer Frau und ist von deren Anblick vollkommen verzĂźckt â Oh Liebe, leihe mir den schnellsten deiner FlĂźgel / und fĂźhre mich in ihr Gefild! (V. 2431â2432). Von diesem Bild will er nicht lassen, doch Mephisto fĂźhrt ihn, unter Hinweis auf zukĂźnftige Liebesfreuden, mit den Worten fort: Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, / Bald Helenen in jedem Weibe (V. 2603â2604).
StraĂe (I) â Begegnung mit Gretchen
Faust bietet dem von der Beichte kommenden Gretchen seine Begleitung an. Das aus einfachen Verhältnissen stammende Mädchen weist ihn jedoch zurßck. Faust ist von Gretchen eingenommen: So etwas hab ich nie gesehn (V. 2610).
Mit der Drohung, andernfalls den Pakt zu brechen, fordert Faust von Mephisto, Gretchen noch am gleichen Tag zu seiner Geliebten zu machen. Mephisto, der sie bei der Beichte belauscht hat, wendet ein, er habe keine Gewalt ßber das unschuldige Mädchen. Faust entgegnet: Ist ßber vierzehn Jahr doch alt (V. 2627). Mephisto, Fausts Lßsternheit verspottend (Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos! (V. 2645)), mahnt zu mehr Geduld und List. Vorerst soll Faust sich damit begnßgen, in Gretchens Zimmer ein Geschenk fßr sie zu hinterlegen.
Abend
Zu Hause angekommen fragt sich Gretchen, wer wohl der Herr gewesen sei, der sie auf der StraĂe angesprochen hat. Aufgrund seiner stattlichen Erscheinung und seines kecken Auftretens hält sie Faust fĂźr einen Edelmann.
In Gretchens Abwesenheit fĂźhrt Mephisto Faust in deren Zimmer und lässt ihn allein. An diesem Ort spĂźrt Faust sĂźĂe Liebespein (V. 2689). Er malt sich Gretchens bisheriges Leben aus und erfreut sich an der Vorstellung eines reinen, in seiner ärmlichen, aber ordentlichen Umwelt verwurzelten Mädchens. Hier mĂścht ich volle Stunden säumen (V. 2710), erklärt er beim Betrachten ihres Bettes.
Unversehens erkennt Faust sein Eindringen als Frevel und ist von seinem eigenen Vorgehen befremdet: Armselger Faust, ich kenne dich nicht mehr! (V. 2720). Mephisto drängt wegen Gretchens baldiger Rßckkehr zur Eile. Er versteckt ein Schmuckkästchen, das von ihm vermutlich gestohlen wurde, im Schrank und nimmt Fausts Bedenken nicht ernst.
Gretchen kommt zurßck, entkleidet sich und singt dabei das Lied vom KÜnig in Thule. Sie findet das Kästchen und rätselt ßber dessen Herkunft. Probeweise legt sie sich den wertvollen Schmuck um und posiert damit vor dem Spiegel.
Spaziergang
Mephisto berichtet Faust, Gretchen habe den Schmuck ihrer Mutter gezeigt, die daraufhin einen Pfarrer kommen lieĂ. Der habe den Schmuck fĂźr die Kirche eingezogen und himmlischen Lohn dafĂźr versprochen. Mephisto verhĂśhnt die Bereitwilligkeit, mit der die Kirche GĂźter einstreiche, ohne sich um deren Herkunft zu scheren. Gleichzeitig versichert er Faust, Gretchen denkt ans Geschmeide Tag und Nacht, / noch mehr an den, ders ihr gebracht (V. 2851â2852). Faust verlangt umgehend ein neues, noch wertvolleres Geschenk. AuĂerdem solle Mephisto Gretchens Nachbarin zu seiner Komplizin machen.
Der Nachbarin Haus
Nachbarin Marthe Schwerdtlein denkt an ihren verschollenen Mann, der sie auf dem Stroh allein (V. 2868) zurßckgelassen habe. Sie will ihn in seiner Abwesenheit nicht betrßgen, hätte nur gern, falls er tot sei, eine amtliche Bestätigung dafßr.
Gretchen kommt und zeigt Marthe den neuen Schmuck. Diese rät ihr, ihn diesmal vor der Mutter zu verbergen und einstweilen nur heimlich in Marthes Haus zu tragen.
Mephisto bringt Marthe eine Nachricht: Ihr Mann ist tot und lässt Sie grĂźĂen (V. 2916). Der Verstorbene liege in Padua begraben. Unter dem Vorwand, einen zweiten Zeugen â nämlich Faust â fĂźr den Totenschein zu benĂśtigen, arrangiert er ein abendliches Treffen in Marthes Garten. Nachdem er Gretchen zuvor bereits geschmeichelt hat, reif fĂźr einen vornehmen Verehrer zu sein, beschreibt er diesen Zeugen als feinen Gesellen (V. 3015), der Fräuleins alle HĂśflichkeit erweist (3020). Marthe sichert zu, auch Gretchen werde beim Treffen zugegen sein.
Mephisto kokettiert mit Marthe, zieht sich aber schnell zurĂźck, als die frischgebackene Witwe auf seine Avancen einzugehen bereit ist: Die hielte wohl den Teufel selbst beim Wort (V. 3005).
StraĂe (II)
Faust erkundigt sich nach Mephistos Fortschritten bei seinem Werben um Gretchen. Mephisto hofft hier auf Marthes Hilfe, im Gegenzug mĂźsse Faust aber den Tod ihres Gatten bezeugen. Zunächst will Faust dies nur tun, wenn er zuvor das Grab in Padua in Augenschein nehmen kĂśnne. Da verhĂśhnt Mephisto Fausts Doppelmoral: Habe dieser als Wissenschaftler nicht auch Aussagen Ăźber Gott, Welt und Menschen gemacht, ohne mehr davon zu wissen als jetzt von Marthes Ehemanns Tod? Werde er bei Gretchen nicht bald Versprechungen von ewiger Treu und Liebe abgeben, die er nicht einhalten kĂśnne? â Faust ärgert Mephistos Unterstellung, wonach sein tiefes Wahrheitsstreben nichts anderes als ein teuflisch LĂźgenspiel und wonach seine Liebe zu Gretchen nicht tief und nachhaltig sei. Trotzdem lässt sich Faust auf den Betrug ein.
Garten
Beim verabredeten Treffen spazieren Faust mit Gretchen und Mephisto mit Marthe auf getrennten Wegen in Marthes Garten auf und ab. Mephisto hat dabei alle Mßhe, die unverhßllten Eheanträge der Hausherrin abzuwehren.
Gretchen schildert Faust ihren arbeitsreichen Alltag. Dennoch sei sie zufrieden. Einen tiefen Eindruck habe die Liebe und der frĂźhe Tod ihres kleinen Schwesterchens, das Gretchen anstelle der kranken Mutter selbst aufgezogen hatte, bei ihr hinterlassen.
Faust und Gretchen kommen einander näher. Sie gesteht, dass sie schon bei ihrer ersten gemeinsamen Begegnung Zuneigung fßr ihn empfunden habe. Er spricht von der MÜglichkeit, Sich hinzugeben ganz und eine Wonne / Zu fßhlen, die ewig sein muà (V. 3191 f.).
Ein Gartenhäuschen
In dem Gartenhäuschen kßssen sich Faust und Gretchen. Mephisto drängt Faust zum Aufbruch. Das zurßckbleibende Gretchen fragt sich beschämt, was ein so gebildeter Mann wie Faust an ihr wohl reizvoll finden kÜnne: Bin doch ein arm unwissend Kind (V. 3215).
Wald und HĂśhle
Faust hat sich in die Einsamkeit einer WaldhĂśhle zurĂźckgezogen und dankt dem Erdgeist dafĂźr, ihm alle seine WĂźnsche an ihn erfĂźllt zu haben. Statt die Natur wie frĂźher nur mit der kĂźhlen Distanz des Wissenschaftlers zu betrachten, kĂśnne er sie nun direkt erfassen und in ihre tiefe Brust schauen. Doch Faust beklagt auch seine wachsende Abhängigkeit von Mephisto und dessen Verlockungen. Prompt tritt dieser auf den Plan und beginnt Ăźber Fausts Begeisterung an der Ăśden Natur zu spotten (Dir steckt der Doktor noch im Leib!) und dessen Seligkeit mit bloĂer Selbstbefriedigung zu vergleichen. Derweil, so Mephisto, warte Gretchen sehnsĂźchtig auf den Geliebten.
Faust verdammt Mephisto, weil dieser seinen inneren Frieden stĂśre und seine Begierde erneut entfache (Und nenne nicht das schĂśne Weib!), kann sich des Sogs der sehnsĂźchtigen Gedanken an Gretchen aber nicht erwehren. Sei die VerfĂźhrung des Mädchens durch hĂśllischen Einfluss schon unvermeidlich, so magâs gleich geschehn, auch wenn Gretchen dann mit ihm zugrunde gehn werde.
Gretchens Stube
Am Spinnrad sitzend, sinniert Gretchen Ăźber den Verlust ihres seelischen Gleichgewichts: Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer,| ich finde sie nimmer und nimmermehr. All ihre Gedanken werden von Faust bestimmt, den sie umarmen und kĂźssen mĂśchte, bis sie an seinen KĂźssen vergehen sollt.
Marthens Garten â Gretchenfrage
Gretchen spĂźrt, wie distanziert Faust der Kirche gegenĂźbersteht, und stellt ihm daher die âGretchenfrageâ: Nun sag, wie hast duâs mit der Religion? Widerstrebend und ausweichend erläutert Faust, wie unzulänglich ihm traditionelle Religiosität erscheine. An feste Begriffe wie âGottâ oder âGlaubenâ will er seinen Pantheismus nicht binden: Ich habe keinen Namen / DafĂźr! GefĂźhl ist alles; / Name ist Schall und Rauch / Umnebelnd Himmelsglut. (V. 3455 ff) Gretchen akzeptiert zwar Fausts Antwort, hält ihm aber vor, kein Christentum zu haben. In diesem Zusammenhang erwähnt sie ihre starke Abneigung gegen Mephisto, der ihr ein heimlich Grauen einflĂśĂe. Zum Abschied klagt Faust: Ach kann ich nie / Ein StĂźndchen ruhig dir am Busen hängen / Und Brust an Brust und Seel in Seele drängen? (V. 3503â3505) Er gibt Gretchen ein angeblich harmloses, letztlich jedoch (wie sich später herausstellt) tĂśdliches Schlafmittel, das sie ihrer Mutter am nächsten Abend verabreichen soll, damit er Gretchen unbemerkt aufsuchen kann.
Am Brunnen
Beim Wasserholen trifft Gretchen auf Lieschen. Diese erzählt, eine gemeinsame Bekannte, Bärbelchen, sei von ihrem Liebhaber geschwängert und dann verlassen worden. Lieschen fordert Gretchen dazu auf, kein Mitleid zu empfinden, da Bärbelchen sich ihr Geschick aufgrund von Eitelkeit und Koketterie selbst zuzuschreiben habe: War doch so ehrlos, sich nicht zu schämen, Geschenke von ihm anzunehmen.
Wieder allein, bereut Gretchen, frĂźher ähnlich den Stab Ăźber gefallene Mädchen gebrochen zu haben. Nun sei sie selbst eine SĂźnderin: Doch â alles, was dazu mich trieb, Gott! war so gut! ach, war so lieb!
Zwinger
Vor einem Andachtsbild ruft Gretchen die Mater Dolorosa an, ihr in ihrer Not beizustehen und sie vor Schmach und Tod zu bewahren, denn nur sie, die um ihren gekreuzigten Sohn trauernde Maria, kĂśnne Gretchens Leid nachvollziehen.
Nacht, StraĂe vor Gretchens TĂźre
Gretchens Bruder Valentin, Soldat und einst stolz auf die Tugend seiner Schwester, hat von deren Fehltritt erfahren. Er fĂźrchtet die Schande, die Ăźber seine Familie kommen werde. Vor dem elterlichen Hause wartet er auf den nahenden VerfĂźhrer. Dieser solle ihm nicht mit dem Leben davonkommen.
Faust und Mephisto schmieden Pläne, den Kirchenschatz zu stehlen. Faust hofft, ein Halsband als Geschenk fßr Gretchen zu finden. Mephisto bietet an, Gretchen einstweilen durch ein Lied auf eine weitere Nacht mit Faust einzustimmen.
Valentin tritt hervor und zerschlägt die Zither des singenden Mephisto. Angestachelt von Mephisto und mit dessen Hilfe, ficht Faust mit Valentin. Als Letzterem die Hand erlahmt (Ich glaubâ, der Teufel ficht! Was ist denn das? Schon wird die Hand mir lahm), nutzt Faust nach Mephistos Aufforderung StoĂ zu! die Gelegenheit und ersticht Gretchens Bruder. Faust und Mephisto fliehen vor dem drohenden Blutbann aus der Stadt.
Gretchen wird vom sterbenden Valentin vor herbeigeeilten Bßrgern der Zuchtlosigkeit beschuldigt. Er prophezeit seiner Schwester ein Ende als gewÜhnliche Hure. Marthes Ermahnung, sich nicht im Tode noch zu versßndigen, kontert er mit bitteren Vorwßrfen an das schändlich kupplerische Weib. Er sterbe durch Gretchens Schuld, aber als Soldat und brav.
Dom
Gretchen nimmt an einem Gottesdienst teil. Ein bÜser Geist erinnert sie angesichts jener Schuld, die sie nun am Tod von Mutter und Bruder trägt, an die verlorenen Tage ihrer kindlichen Unschuld und bestätigt Gretchens Ahnung, schwanger zu sein.
Als der Chor den Hymnus Dies irae intoniert, der auf das Jßngste Gericht vorausweist, fällt Gretchen in Ohnmacht.
Walpurgisnacht
Faust wird von Mephisto zum Hexentanz der Walpurgisnacht auf den Blocksberg gelockt. Sie geraten in eine Windsbraut, ein Gewimmel von Hexen, die zur Bergspitze hinauf reiten, wo der Teufel Hof hält. Faust wßnscht sich, bis zum Gipfel vorzudringen: Dort strÜmt die Menge zu dem BÜsen; Da muss sich manches Rätsel lÜsen. Mephisto aber ßberredet Faust, stattdessen an einer Hexenfeier teilzunehmen. Er bietet ihm an, dort als Fausts Kuppler zu fungieren. Bald ergehen sich beide im Tanz und anzßglichem Wechselgesang mit zwei lßsternen Hexen.
Faust bricht den Tanz ab, als seiner Partnerin ein rotes Mäuschen aus dem Mund springt und ihm ein blasses, schÜnes Kind erscheint, das ihn an Gretchen erinnert und ein rotes Schnßrchen um den Hals trägt (eine Vorausdeutung auf Gretchens Hinrichtung). Um Faust von diesem Zauberbild abzulenken, fßhrt Mephisto ihn auf einen Hßgel, wo ein Theaterstßck aufgefßhrt werden soll.
Walpurgisnachtstraum
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Hauptartikel
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Walpurgisnachtstraum
Der Walpurgisnachtstraum ist ein auf dem Blocksberg zur goldenen Hochzeit des ElfenkĂśnigspaares Oberon und Titania aufgefĂźhrtes TheaterstĂźck, ein âStĂźck im StĂźckâ mit zahlreichen zeitgenĂśssischen Anspielungen (vor 1808).
TrĂźber Tag, Feld
Einige Monate später hat Gretchen (wie der Zuschauer später erfährt) in ihrer Verzweiflung ihr neugeborenes Kind ertränkt, ist dafßr zum Tode verurteilt worden und erwartet nun ihre Hinrichtung. Faust macht Mephisto Vorhaltungen, ihm die Entwicklung der Dinge verheimlicht und ihn mit den Ausschweifungen der Walpurgisnacht abgelenkt zu haben. Mephisto verhÜhnt Fausts Reaktion als typisch fßr einen Menschen, der sich zwar mit teuflischen Mächten einlasse, aber die Konsequenzen nicht tragen kÜnne: Willst fliegen und bist vorm Schwindel nicht sicher? Drangen wir uns dir auf, oder du dich uns?
Faust fordert Mephisto auf, Gretchen zu retten. Dieser erinnert ihn an Fausts eigene Verantwortung: Wer warâs, der sie ins Verderben stĂźrzte? Ich oder du?
Trotz der schweren Strafe, die ihn wegen Valentins Tod in der Stadt erwartet, will Faust zu Gretchen in den Kerker gebracht werden. Mephisto erklärt, er kÜnne zwar den Wächter einschläfern und Zauberpferde fßr die Flucht stellen, befreien mßsse Faust Gretchen aber selbst.
Nacht, offen Feld
Faust und Mephisto sind auf schwarzen Pferden unterwegs, um Gretchen zu befreien. Sie passieren den Rabenstein, also den Hinrichtungsplatz. Faust beobachtet schwebende Wesen, die streuen und weihen. Mephisto nennt sie eine Hexenzunft.
Kerker â Gretchens ErlĂśsung
Faust dringt in den Kerker ein. Das verwirrte und von SchuldgefĂźhlen gequälte Gretchen hält ihn zunächst fĂźr ihren Henker. Als sie ihn schlieĂlich erkennt, schwankt sie zwischen ihrer Liebe und ihrer Angst, noch tiefer ins seelische Verderben gezogen zu werden. Faust will sie zur Flucht Ăźberreden, doch sie weigert sich: Von hier ins ewige Ruhebett und weiter keinen Schritt! Als Gretchen Mephisto hinter Faust auftauchen sieht, erschrickt sie und empfiehlt sich Gott: Gericht Gottes! dir hab ich mich Ăźbergeben!
Mephisto drängt Faust aus dem Gefängnis: Sie ist gerichtet. Doch eine Stimme von oben offenbart Gretchens ErlÜsung: Ist gerettet. Mephisto und Faust fliehen.
(In Faust II wird die TragĂśdie fortgesetzt und in andere dramaturgische Dimensionen ĂźberfĂźhrt.)
Hinweise zum Verständnis
Gliederung
Nach der Zueignung und dem Vorspiel auf dem Theater, die nicht bei jeder AuffĂźhrung des Faust gespielt werden, gehĂśrt der Prolog im Himmel bereits zur Handlung, da die Wette zwischen dem Herrn und Mephisto den Anlass fĂźr Fausts Schicksal gibt.
Die beiden Haupthandlungsstränge sind die TragĂśdie des verzweifelten Wissenschaftlers, der sich dem Teufel verschreibt, sowie die daraus erwachsende TragĂśdie des verfĂźhrten und ins UnglĂźck gestĂźrzten Mädchens Gretchen. Man unterscheidet daher zwischen âGretchentragĂśdieâ und der âGelehrtentragĂśdieâ. Mit Gretchens Hinrichtung und der Errettung ihrer Seele endet der erste Teil des Faust; die GelehrtentragĂśdie findet ihre Fortsetzung und ErfĂźllung im zweiten Teil.
Die Szenen Auerbachs Keller in Leipzig und Walpurgisnacht treiben die Handlung eigentlich nicht voran. Sie sind Beispiele fĂźr tiefere Einblicke in das Weltgeschehen, die dem nach Erkenntnis suchenden Faust von Mephisto ermĂśglicht werden.
Die Szene Walpurgisnachtstraum oder Oberons und Titanias goldne Hochzeit ist im Untertitel als Intermezzo gekennzeichnet und wird ebenfalls nicht bei jeder Inszenierung des Faust aufgefĂźhrt.
Sprache
Mit Ausnahme der Szene Trßber Tag. Feld ist der Faust in Versen geschrieben. Goethe verwendete den am Versende reimenden Knittelvers, wie er in ähnlicher Form schon zu Lebzeiten des historischen Doktor Faust, etwa von Hans Sachs, benutzt wurde, und den Madrigalvers. Das Versmaà des Faust passt also nicht nur gut zum historischen Hintergrund, es ermÜglicht auch eine lebensechte Sprache der Personen.
Der Endreim unterstĂźtzt Ăźberdies die zahlreichen komĂśdiantischen Dialoge im Faust. Einige Beispiele:
Wagner: Verzeiht! ich hĂśr Euch deklamieren;
Ihr last gewiss ein griechisch Trauerspiel?
In dieser Kunst mĂścht ich was profitieren,
denn heutzutage wirkt das viel. (522)
BĂźrger: Nichts bessers weiĂ ich mir an Sonn- und Feiertagen
als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
wenn hinten, weit, in der TĂźrkei,
die VĂślker aufeinanderschlagen. (860)
Faust: Und was soll ich dagegen dir erfĂźllen?
Mephisto: Dazu hast du noch eine lange Frist.
Faust: Nein, nein! Der Teufel ist ein Egoist
und tut nicht leicht um Gottes Willen,
was einem andern nĂźtzlich ist. (1649)
Faust: Mich dĂźnkt, die Alte spricht im Fieber.
Mephisto: Das ist noch lange nicht vorĂźber. (2553)
Ein bekanntes Beispiel fĂźr einen unreinen Reim im Faust weist auf die mundartliche Prägung des Verfassers hin (âdialektischer Reimâ). Gretchens Anrufung Mariens, Ach, neige, | Du Schmerzenreiche (3587â3588), reimt sich nicht in der Standardsprache, aber im Frankfurter Hessisch, in dem Goethe aufwuchs.
Die Sprache ist zuweilen poetisch ĂźberhĂśht, etwa in Gretchens Klagen. Zum Beispiel lässt Fausts groĂer Monolog zu Beginn der Handlung an Klarheit nichts zu wĂźnschen Ăźbrig; so spricht ein frustrierter Intellektueller: âHabe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heiĂem BemĂźhn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiĂe Magister, heiĂe Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine SchĂźler an der Nase herum â und sehe, dass wir nichts wissen kĂśnnen! Das will mir schier das Herz verbrennen!â (354â365)
Historischer Hintergrund
Ort der Handlung ist Deutschland, unter anderem Leipzig und der Harz. Die Zeit ist etwa die Lebenszeit des historischen Faust (ca. 1480â1538), also die Wende vom Mittelalter zur Neuzeit.
Der Leser begegnet Faust in seiner gotischen Studierstube. Als Zeitgenosse Luthers (1483â1546) beschäftigt er sich mit einer BibelĂźbersetzung. Die mittelalterliche Alchemie, wie sie sein eigener Vater betrieben hat, beurteilt er sehr kritisch. Er selbst setzt dagegen auf Magie und GeisterbeschwĂśrung, auf Offenbarungen aus einer anderen Sphäre â hierin Nostradamus (1503â1566), einem anderen Zeitgenossen, ähnelnd.
Es kommen Anachronismen vor, zum Beispiel Marthe Schwerdtleins Wunsch, einen âTotenscheinâ zu erhalten (2872), um das Hinscheiden ihres Mannes im âWochenblättchenâ anzeigen zu kĂśnnen (3013). Beides gab es zu Fausts Zeiten noch nicht. Auch sind Anspielungen auf technische Errungenschaften des 18. Jahrhunderts zu finden, z. B. den HeiĂluftballon (2065â2072).
Verweise, Anspielungen und Konnotationen
Goethes TragĂśdie steht in einer Reihe von literarischen Bearbeitungen des Faust-Stoffes, und es lassen sich entsprechende BezĂźge zu den Vorgängertexten herstellen. Durch die Ăbernahme des Hiob-Motivs ist die Szene Prolog im Himmel eine Neugestaltung der Bibel-Stelle im Buch Hiob (Ijob 1,6â12 ).
Besonders in den Szenen Walpurgisnacht und Walpurgisnachtstraum hat Goethe Anspielungen eingearbeitet, die fĂźr seine Zeitgenossen unmissverständlich waren. So ist zum Beispiel mit der Figur Proktophantasmist (deutsch: SteiĂgeisterseher) der Schriftsteller Friedrich Nicolai gemeint.
Bei Betrachtung von Goethes vielfältigem Gesamtwerk lassen sich zahlreiche Stellen im Faust mit anderen Texten Goethes in Verbindung bringen. So gilt zum Beispiel Mephistos Einlassung ßber Herkunft und Eigenschaften des Lichtes (Vers 1350 ff.) als Hinweis auf Goethes Farbenlehre.
Zum Verständnis der Figur Faust ist es auch hilfreich, diese mit Figuren in anderen Werken Goethes zu vergleichen, die (quasi als âältere BrĂźderâ der Figur Faust) ebenfalls narzisstische ZĂźge aufweisen, wie Werther, Torquato Tasso oder der Zauberlehrling.cite-ref-3[3]
Die Beziehung von Gretchen und Faust
In vielerlei Hinsicht werden Gretchen und Faust als zumindest teilweise konträre Figuren beschrieben: Gretchen ist tugendhaft und fĂźhlt sich zur bĂźrgerlichen Moral verpflichtet, ist also gefestigt, während Faust eher ratlos nach hĂśheren Erkenntnissen strebend lebt.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] In der Forschung existieren widersprĂźchliche Aussagen dazu, ob man davon sprechen kann, dass Faust Liebe fĂźr Gretchen empfindet. Einerseits begehrt er Gretchen kĂśrperlichcite-ref-6[6], was unter anderem an den AussprĂźchen Fausts wie âHĂśr, du musst mir die Dirne schaffen!â (2618) oder auch âSchaff mir ein Halstuch von ihrer [Gretchens] Brust, / Ein Strumpfband meiner Liebeslust!â (2661f) zu erkennen ist. Walter Nicolai sieht allerdings auch Liebe gegeben, da sich Faust entschlieĂt, Gretchen aus dem Kerker zu befreien.cite-ref-7[7] Er spricht von der Gefahr, dass er sich bei ihr verliegtcite-ref-8[8] und damit die Wette mit Mephisto verlieren wĂźrde.cite-ref-9[9] Ein tatsächliches Ausleben der GefĂźhle Fausts fĂźr Gretchen wäre demnach nicht mĂśglich, ohne dass er die Wette mit Mephisto verliert.
Ein Aspekt, der die beiden trennt, ist die Frage der Religion. Auf die Frage von Gretchen âNun sag, wie hast du's mit der Religion?â (3415) antwortet Faust ausweichend und beschreibt ein eher pantheistisches Weltbild.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Er scheint nicht an einen Gott als hĂśhere Gestalt zu glauben, wohingegen sie eher klassisch religiĂśs bzw. gläubig ist, also an einen schaffenden Gott glaubt.cite-ref-0-13-0[13] Ebenso spielt fĂźr Faust die Glaubenspraxis keine Rolle, fĂźr Gretchen hingegen schon.cite-ref-0-13-1[13] Gretchen entscheide sich dennoch gegen die bĂźrgerliche Moral und fĂźr die Sinnlichkeit.cite-ref-14[14] Dadurch werde die Ambivalenz zwischen der Emanzipation und der bĂźrgerlichen Moral deutlich.cite-ref-15[15]
Gretchen befindet sich zweifelsohne in einer niedrigeren sozialen Rolle als Faust. Während sie einerseits âĂźber vierzehn Jahr doch altâ (2627) ist und damit deutlich jĂźnger als er, stammt sie andererseits auch aus einer niedrigeren sozialen Schicht.cite-ref-16[16]
Entstehungsgeschichte
âGoethes Faust entstand in einem sechs Jahrzehnte währenden, zeitweise auf Jahre unterbrochenen, nicht Ăźberall eindeutig zu erhellenden Schaffensvorgang; Partien des zweiten Teils (âŚ) waren schon angelegt, als der Dichter noch am ersten arbeitete.âcite-ref-17[17] FĂźr das Verständnis von Faust I ist daher relevant, dass fĂźr Faust II die letztliche Belohnung der Faust-Figur durch seine Aufnahme in den Himmel relativ frĂźh feststand. Denn in wichtigen Akten und Szenen sind der erste und der zweite Teil des Faust parallel konzipiert und, mit kĂźrzeren und längeren Pausen, nach und nach ausgearbeitet worden. Der erste Teil wurde 1808 und damit 24 Jahre vor dem zweiten Teil verĂśffentlicht, aber âschon um 1800â, also acht Jahre vor der VerĂśffentlichung von Faust I, arbeitete Goethe am zentralen 3. Akt von Faust II und beschäftigte sich mit Fausts Tod fĂźr das Ende des ganzen Werks: allerdings habe er ânur die mir gerade interessantesten Stellen durchgearbeitet.âcite-ref-18[18] Das Ende von Faust I (Regieanweisung: Mephisto âverschwindet mit Faustâ) und das Ende von Faust II (die Engel âentfĂźhren Faustens Unsterblichesâ in den Himmel) wurden perspektivisch verbunden erdacht: Seiner Entstehung nach ist der Faust ein zusammenhängendes Werk mit einem fĂźr Fausts Seele letztlich, trotz allem, positiven Ausklang.
Die Legenden um Leben, Charakter und Schicksal von Johann Faust waren seit Erscheinen des Volksbuches 1587 ein bekannter und vielfach bearbeiteter literarischer Stoff. Goethe war mit dem Fauststoff durch eine Puppenspiel-Auffßhrung vertraut.cite-ref-19[19] 1801 entlieh er sich aus der Herzoglichen Bibliothek in Weimar mehrere Bßcher zur Arbeit am ersten Teil der TragÜdie, darunter Das ärgerliche Leben und schreckliche Ende des viel berßchtigten Ertz-Schwarzkßnstlers D. Johannis Fausti (1684) von Georg Rudolf Widmann und Johann Nicolaus Pfitzer sowie die Disquisitio historica de Fausto praestigiatore (1683) von Johann Georg Neumann.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21]
Urfaust â Goethe begann die Arbeit an seinem Faust um 1770, angeregt von dem Prozess gegen die KindesmĂśrderin Susanna Margaretha Brandt (deren Hinrichtung Goethe wahrscheinlich miterlebt hat), weshalb in dieser ersten, Urfaust genannten Fassung die LiebestragĂśdie um Gretchen im Vordergrund steht. Der Urfaust beginnt mit Fausts Monolog im Studierzimmer. Mephisto tritt auf, aber der eigentliche Teufelspakt fehlt. Nach der Szene in Auerbachs Keller nimmt die GretchentragĂśdie ihren Lauf; die HexenkĂźche und die Walpurgisnacht fehlen. Der Text wurde 1887 im Nachlass der Luise von GĂśchhausen gefunden und im gleichen Jahr von Erich Schmidt unter dem Titel âGoethes Faust in ursprĂźnglicher Gestaltâ herausgegeben.
Faust. Ein Fragment â Aus dem Urfaust entwickelte Goethe die Fassung Faust, ein Fragment, die 1788 vollendet war und 1790 gedruckt wurde. GegenĂźber dem Urfaust ist das Faustfragment um einen Dialog mit Mephisto erweitert, in dem der Teufelspakt jedoch noch unausgesprochen bleibt. Neu hinzugekommen ist die Szene HexenkĂźche, dafĂźr fehlt Gretchens Ende im Kerker. Neben der LiebestragĂśdie um Gretchen wird die TragĂśdie des zweifelnden und scheiternden Wissenschaftlers sichtbar.
Faust. Eine TragĂśdie â 1797 fĂźgte Goethe dem Fragment die einleitenden Szenen Zueignung, Vorspiel auf dem Theater und Prolog im Himmel hinzu. Die endgĂźltige Fassung der bereits im Urfaust und im Fragment enthaltenen Szenen sowie die AusfĂźhrung der Walpurgisnacht erfolgten bis 1806. Das Werk ging als Faust. Eine TragĂśdie. fĂźr die Ostermesse 1808 in Druck. Einige spätere Ausgaben sind mit den ab 1816 gezeichneten Umrissen von dem KĂźnstler Moritz Retzsch herausgegeben worden.cite-ref-22[22]
Interpretationen
Hindernisse
âVon (âŚ) den Schwierigkeiten der Deutung gibt die Tausende von Titeln umfassende Bibliographie der Interpretationen, Teilanalysen, Ăbersetzungen (âŚ) einen Eindruck.âcite-ref-23[23]
Nach Victor Lange habe sich kein Werk der Weltliteratur so sehr der Interpretation entzogen wie Goethes Faust. Neben dem Umfang von Faust I und Faust II mit 12.000 Versen und den vielen Anspielungen auf Geschichte, Wissenschaft und Mythologie gebe es weitere wichtige HĂźrden der Interpretation: insbesondere der zweite Teil fordere wegen seiner âlabyrinthischen Topographie des Textes ein ungewĂśhnliches MaĂ an Umsicht und Wissenâ. DarĂźber hinaus habe Goethe wissentlich zu diesen VerständnishĂźrden beigetragen: Er erwähnt 1827 in einem Brief an K. J. L. Iken, dass er mit Faust II das Mittel des Dramas gewählt habe, um so âden geheimeren Sinn dem Aufmerksamen zu offenbarenâ, âda sich manches unserer Erfahrungen nicht rund aussprechen und direkt mitteilen läĂt.â Goethe vermutet, dass, âwer sich nicht etwas umgetan hat und einiges erlebt hat [âŚ] nichts damit anzufangen wissenâ wird.cite-ref-24[24] Er sei zufrieden gewesen, in den Text viel âhineingeheimnisstâ zu haben,cite-ref-25[25] und habe das Werk nach eigner Darstellung so konzipiert, dass âalles zusammen ein offenbares Rätsel bleibe, die Menschen fort und fort ergetze und ihnen zu schaffen macheâ.cite-ref-26[26]
Zudem hat Goethe das Manuskript vor seinem Tod 1831 versiegeln lassen mit der Anweisung, es erst nach seinem Tod zu Ăśffnen â nicht einmal seinen Freunden hat er den vollständigen Text gezeigt. Das weist auf eine besondere Bedeutung des in mehr als 30 Jahren geschaffenen Werks fĂźr das Selbstverständnis seines Autors hin. Im Zusammenhang mit seiner Trennung von Lili SchĂśnemann schrieb Goethe in seiner Autobiografie: âHier war ich zum ersten Mal schuldig.âcite-ref-27[27] Dieses âzum ersten Malâ rĂźckt nicht nur das Gretchen-Drama in einen Kontext der Schuld und nachträglichen Rechtfertigung: Der Faust kĂśnnte eine poetische Bearbeitung seiner Lebenskrisen und Wirkungsbereiche sein, die in Faust I mit der Abgrenzung von einer dogmatischen, eher scholastischen Wissenschaft und der Bearbeitung seiner ersten groĂen Liebe beginnt, und sich in Faust II seinen anderen Tätigkeiten und ihrem poetologischen und philosophischen Hintergrund widmet: âWas die Vollendung des Werks, das in den letzten Jahren immer wieder in seinem Tagebuch das âHauptgeschäftâ genannt wurde, fĂźr Goethe bedeutete, bezeugen Briefe aus dieser Zeit und die Gespräche mit Eckermann; hier heiĂt es (6.6.1831): Mein ferneres Leben kann ich nunmehr als reines Geschenk ansehen (âŚ).âcite-ref-28[28]
Deutungen
Goethe beschäftigte sich im Faust mit dem fĂźr das 19. Jahrhundert neuen Thema der Dynamik in Natur und Gesellschaft, das gleichzeitig Hegel in der Philosophie, später auch Darwin in der Biologie, Marx in der Ăkonomie und Wagner in der Musik auf jeweils ihre Weise zum Thema gemacht haben. Eines der zentralen Motive des Faust ist das irrende, rastlose menschliche âStrebenâ,cite-ref-29[29] das durch die Mitwirkung Mephistos, der nach einigen Interpretationsansätzen ein Alter Ego der Faust-Figur ist, immer wieder Katastrophen auslĂśst. Oswald Spengler sah im Faust vor allem eine Darstellung der technologischen Beherrschung und Ausbeutung der Natur durch die Anwendung von Naturgesetzen, die er kritisch als âfaustischâ bezeichnete.cite-ref-30[30] FĂźr Walter Hinderer formuliert der Faust eine extreme Kritik der zeitgenĂśssischen Kultur, wobei in der Schlussszene von Faust II, in der Himmelfahrt Fausts, die Schattenseite dieser Kultur mit einem humanistischen Menschheitsideal versĂśhnt werde.cite-ref-31[31]
Nach Friedrich/Scheithauer ist Faust âzum problematischen Vertreter des genialen Menschen gewordenâ: Faust als âPersonâ, als âdenkendem Subjektâ stĂźnden fast alle anderen nur als Objekte, als âpassive Masseâ gegenĂźber und wĂźrden Rohmaterial seiner Ideen, deren Realisierung durch Mephisto immer wieder zu Katastrophen fĂźhre.cite-ref-32[32] Der ganze Faust mit dieser Apologie des rĂźcksichtslosen, auch Ăźber Leichen gehenden Strebens und seiner paradiesischen Belohnung sei wegen seines Mangels an moralischer Selbstkontrolle ein âgeistiges Ărgernis des (19.) Jahrhundertsâcite-ref-33[33] gewesen. Die âSelbstverstrickung in Schuld bei redlichstem Wollenâ sei uns aber nicht fremdcite-ref-34[34] â heute wĂźrde ein Faust mit vergleichbaren Eingriffen in Natur und Gesellschaft als Technokrat verstanden und kritisiert werden.
ĂuĂerungen zum Faust
Stimmen des literarischen Lebens
âWas ist das fĂźr ein erbärmliches Gewäsch Ăźber den âFaustâ! Alles erbärmlich! Gebt mir jedes Jahr 3000 Thaler, und ich will Euch in drei Jahren einen Faust schreiben, dass Ihr die Pestilenz kriegt!â
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Christian Dietrich Grabbe
âDa die meisten VolksbĂźcher Ăźber Faust aus dem Widmanschen Werke entstanden, so geschieht darin von der schĂśnen Helena nur kärgliche Erwähnung und ihre Bedeutsamkeit konnte leicht Ăźbersehen werden. Auch Goethe Ăźbersah sie anfänglich, wenn er Ăźberhaupt, als er den ersten Teil des Faust schrieb, jene VolksbĂźcher kannte und nicht bloĂ in den Puppenspielen schĂśpfte. Erst vier Dezennien später, als er den zweiten Teil zum Faust dichtete, läĂt er darin auch die Helena auftreten, und in der Tat, er behandelte sie con amore. Es ist das Beste oder vielmehr das einzig Gute in besagtem zweiten Teile, in dieser allegorischen und labyrinthischen Wildnis, wo jedoch plĂśtzlich, auf erhabenem Postamente, ein wunderbar vollendetes griechisches Marmorbild sich erhebt und uns mit den weiĂen Augen so heidengĂśttlich liebreizend anblickt, daĂ uns fast wehmĂźtig zu Sinne wird. Es ist die kostbarste Statue, welche jemals das Goethesche Atelier verlassen und man sollte kaum glauben, daĂ eine Greisenhand sie gemeiĂelt. Sie ist aber auch viel mehr ein Werk des ruhig besonnenen Bildens, als eine Geburt der begeisterten Phantasie, welche letztere bei Goethe nie mit besonderer Stärke hervorbrach, bei ihm ebensowenig wie bei seinen Lehrmeistern und Wahlverwandten, ich mĂśchte fast sagen bei seinen Landsleuten, den Griechen. Auch diese besaĂen mehr harmonischen Formensinn als Ăźberschwellende SchĂśpfungsfĂźlle, mehr gestaltende Begabnis als Einbildungskraft, ja, ich will die Ketzerei aussprechen, mehr Kunst als Poesie.â
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Heinrich Heine
âFaust ist zwar von Goethe geschrieben, aber deshalb kein Monopol Goethes, von dem jeder andere ausgeschlossen wäre. Dieser Faust ist Gemeingut der Menschheit.â
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Nikolaus Lenau
âSo ruft der Faust des ersten Teiles der TragĂśdie, der leidenschaftliche Forscher in einsamen Mitternächten, folgerichtig den des zweiten Teiles und des neuen Jahrhunderts hervor, den Typus einer rein praktischen, weitschauenden, nach auĂen gerichteten Tätigkeit. Hier hat Goethe psychologisch die ganze Zukunft Westeuropas vorweggenommen.â
â
Oswald Spengler
âIm Grunde genommen ist es die Liebesgeschichte eines Intellektuellen mit einer KleinbĂźrgerin. Das muss ja mit dem Teufel zugegangen sein.â
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Bertolt Brecht
âIn Goethes Dichtungen dominiert die Natur. Man weiĂ bei ihm immer welche Witterung herrscht, welche Tages- und Jahreszeit, unter welchem Himmelsstrich man sich befindet, auch wo nicht die geringste Andeutung darĂźber gemacht wird; die äuĂere Atmosphäre, in der seine Menschen atmen, ist um sie herum gelegt, hĂźllt sie ein wie ein bestimmter Farbton ein Gemälde. Dies gilt selbst von den abstraktesten Szenen im zweiten Teil des Faust. ⌠Er war immer Amateur, Liebhaber, Gelegenheitsdichter, Gelegenheitsdenker, Gelegenheitsforscher. ⌠Er entdeckt heute den Zwischenknochen und schreibt morgen seine Lebensgeschichte oder Teile des Faust, vielleicht aber auch nur irgendeinen ganz gleichgĂźltigen Bericht Ăźber Bergwerke oder Unterrichtswesen.â
â
Egon Friedell
âIch lasse mir Hände und FĂźĂe dafĂźr abhacken, daĂ der Faust mit der Grundkomponente des hehren deutschen Denkers nichts zu tun hat und daĂ man diese Figur nicht aus einer philosophisch bedeutsamen Grundhaltung heraus erwischen kann. Das macht dem deutschen BildungsbĂźrger mit seiner Sucht, die hehren Werte zu erhalten, Probleme.â
â
Helmut Griem
Goethes ĂuĂerungen Ăźber seinen Faust
âAber doch ist alles (besonders im Helena-Teil von Faust II) sinnlich und wird, auf dem Theater gedacht, jedem gut in die Augen fallen. Und mehr habe ich nicht gewollt. Wenn es nur so ist, daĂ die Menge der Zuschauer Freude an der Erscheinung hat; dem Eingeweihten wird zugleich der hĂśhere Sinn nicht entgehen, wie es ja auch bei der ZauberflĂśte und anderen Dingen der Fall ist.â
â
Gespräch mit
Eckermann
am 25. Januar 1827
âDie Deutschen sind Ăźbrigens wunderliche Leute! â Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie Ăźberall suchen und Ăźberall hineinlegen, das Leben schwerer als billig. â Ei! so habt doch endlich einmal die Courage, Euch den EindrĂźcken hinzugeben, Euch ergĂśtzen zu lassen, Euch rĂźhren zu lassen, Euch erheben zu lassen, ja Euch belehren und zu etwas GroĂem entflammen und ermutigen zu lassen; aber denkt nur nicht immer, es wäre Alles eitel, wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre! Da kommen sie und fragen: welche Idee ich in meinem Faust zu verkĂśrpern gesucht? â Als ob ich das selber wĂźĂte und aussprechen kĂśnnte. [âŚ] Je inkommensurabler und fĂźr den Verstand unfaĂlicher eine poetische Produktion, desto besser.â
â
Gespräch mit Eckermann am 6. Mai 1827
âDer erste Teil ist fast ganz subjektiv; es ist alles aus einem befangenerem, leidenschaftlicheren Individuum hervorgegangen, welches Halbdunkel den Menschen auch so wohltun mag. Im zweiten Teile aber ist fast gar nichts subjektives, es erscheint hier eine hĂśhere, breitere, hellere, leidenschaftslosere Welt, und wer sich nicht etwas umgetan und einiges erlebt hat, wird nichts damit anzufangen wissen. Es sind darin einige DenkĂźbungen, sage ich, und es mĂśchte auch mitunter einige Gelehrsamkeit erfordert werden. â⌠Ich habe immer gefunden,â sagte Goethe lachend, âdaĂ es gut sei etwas zu wissen.ââ
â
Gespräch mit Eckermann am 17. Februar 1831
Goethes âFaustâ als Vorlage fĂźr ĂuĂerungen und Texte
GeflĂźgelte Worte
Wegen seines groĂen Bekanntheitsgrades und der Bedeutung, die man dem Text und seinem Autor beimisst, und auch wegen der leichten Reproduzierbarkeit von Versen, ist Goethes Faust die Quelle zahlreicher geflĂźgelter Worte, die bis heute oft zitiert werden, vielfach auch, ohne dass dem Zitierenden ihre Herkunft bewusst ist. Dabei entwickelten die Verse aus ihrem Textkontext herausgenommen teilweise eine andere als die ursprĂźnglich intendierte Bedeutung. Ein Beispiel hierfĂźr ist das Zitat Die Botschaft hĂśr ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, das im ursprĂźnglichen Kontext des Osterfestes eindeutig auf den Zweifel an der Auferstehungsbotschaft bezogen ist,cite-ref-35[35] als geflĂźgeltes Wort aber meist allgemein als Bild fĂźr den Zweifel an einer Botschaft/Wahrheit auch auĂerhalb des religiĂśsen Bereichs verstanden wird. BĂźchmann fĂźhrt Ăźber fĂźnfzig geflĂźgelte Worte aus dem ersten Teil des Faust an.cite-ref-36[36] Einige Beispiele:
⢠Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn! (214)
⢠Es irrt der Mensch so lang er strebt. (317)
⢠Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor! (358)
⢠Die Botschaft hĂśr ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. (765) â Ausdruck des Zweifels an der christlichen Botschaft
⢠Hier bin ich Mensch, hier darf ichâs sein (940) â Betreten eines persĂśnlichen Freiraumes, wo die gesellschaftlichen Sittlichkeitsvorschriften nicht durchgesetzt werden.
⢠Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust! (1112) â Ausdruck eines inneren Interessenkonflikts
⢠Das also war des Pudels Kern! (1323) â In der abgeleiteten Redensart steht âdes Pudels Kernâ fĂźr einen wesentlichen Sachverhalt, der lange Zeit verborgen war und plĂśtzlich aufgedeckt wird.
⢠Name ist Schall und Rauch (3457)
⢠Grau, teurer Freund, ist alle Theorie (2038) â Mit der Kurzform Grau ist alle Theorie warnt man heute davor, vor lauter Theorie die Wirklichkeit aus den Augen zu verlieren.
Ăbernahme des szenischen Arrangements
1862 verĂśffentlichte Friedrich Theodor Vischer eine Parodie auf Goethes Faust mit dem Titel Faust III.
Bertolt Brecht parodiert den Prolog im Himmel durch ein âVorspiel in den hĂśheren Regionenâ in dem 1943 geschriebenen und 1957 uraufgefĂźhrten Drama Schweyk im Zweiten Weltkrieg, in dem Adolf Hitler im Stile Goethes wie âder Herrâ auftritt; Joseph Goebbels, Hermann GĂśring und Heinrich Himmler treten wie die drei Engel in Goethes Vorlage auf und huldigen âdem Herrnâ, d. h. Hitler. Tatsächlich verhält sich Hitler in Brechts Vorspiel wie ein âkleiner Gott der Weltâ, wie Mephisto es ausdrĂźcken wĂźrde, und ist âtierischer als jedes Tierâ(281â286).
Eine weitere Ăbernahme eines szenischen Arrangements findet sich in Brechts 1941 verfasstem und 1958 uraufgefĂźhrtem Drama Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui. Szene 13 spielt im Blumenladen des Giuseppe Givola (= Joseph Goebbels). Paarweise treten dort Givola und Ignatius Dullfeet (= Engelbert DollfuĂ) sowie Arturo Ui (= Adolf Hitler) und Dullfeets Frau Betty auf, die immer wieder aus dem Blumenarrangement erscheinen und in dieses wieder verschwinden, um dem jeweils anderen Paar Platz zu machen. Ui ist in dem StĂźck der AnfĂźhrer einer Gang in Chicago, der auch Givola angehĂśrt. Diese Szene ist der Szene Garten in Faust I nachempfunden.
Als âSekundärstĂźckâ wurde 2012 Elfriede Jelineks Drama FaustIn and out im Anschluss an eine AuffĂźhrung des Faust (anders als zu erwarten, nicht des Urfausts) uraufgefĂźhrt.cite-ref-37[37] Das StĂźck behandelt die Beziehung der Geschlechter zueinander und knĂźpft an Mephistos Bemerkung gegenĂźber dem SchĂźler an: Besonders lernt die Weiber fĂźhren; / Es ist ihr ewig Weh und Ach / So tausendfach / Aus einem Punkte zu kurieren [âŚ] (2023â2026). Die Faust-Szene âKerkerâ greift Jelinek auf, indem sie Elisabeth Fritzl, die von ihrem Vater, Josef Fritzl, in einem Keller gefangen gehalten und regelmäĂig vergewaltigt wird, an die Stelle Gretchens treten lässt.
Ăbernahme vorgetragener Gedanken
Bereits der Titel des Romans Doktor Faustus von Thomas Mann signalisiert die Bedeutung von Goethes Drama fĂźr Manns Werk.cite-ref-38[38]
Mephistos Bemerkung nach seiner Begegnung mit dem SchĂźler: Dir wird gewiss einmal bei deiner Gottähnlichkeit bange! (2050) erlangt im Atomzeitalter eine erschreckende Aktualität. Mehrere Dramenautoren des 20. Jahrhunderts knĂźpfen an den Grundgedanken des Faust-Dramas an, dass der Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch Wissenschaftler âsĂźndhaftâ sein kĂśnne. Diese Perspektive ergab sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesichts der sichtbar werdenden UmweltzerstĂśrung und insbesondere angesichts der entfesselten Nuklearkräfte, durch die die Menschheit ausgelĂśscht werden kann. Die Frage: âWie weit darf ein Wissenschaftler gehen?â, die sich Goethes Faust eigentlich stellen mĂźsste, steht im Zentrum wissenschaftskritischer StĂźcke wie DĂźrrenmatts Die Physiker oder Kipphardts In der Sache J. Robert Oppenheimer. In Gustaf GrĂźndgensâ Verfilmung des Faust aus dem Jahre 1960 wird unvermittelt eine Atombombenexplosion eingeblendet, um den Bezug des Dramas zum Atomzeitalter zu verdeutlichen.
Zugleich wird in dieser Argumentation der enge Zusammenhang von Goethes Faust mit seiner 1797 entstandenen Ballade Der Zauberlehrling deutlich: Nur dem, der wirklich Meister ist, (so die Lehre des Gedichts) steht es zu, ĂźbernatĂźrliche Kräfte zu mobilisieren. So betrachtet, hat Faust GlĂźck, dass der Erdgeist ihn, den (spĂśttisch so genannten?) âĂbermenschenâ(490), nicht als seinesgleichen, nicht als jemanden akzeptiert, der ihm gebieten dĂźrfte.
Bedeutende Inszenierungen
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⢠1819/1820 â In Berlin kam es zur AuffĂźhrung einzelner Szenen zur Musik von FĂźrst Anton RadziwiĹĹ. Dieser hatte sich seit 1808 an Compositionen zu GĂśtheâs Faust versucht und im privaten Kreise darbieten lassen. Goethe zeigte sich von einem Gesangsvortrag RadziwiĹĹs in Weimar 1814 so begeistert, dass er zwei neue Librettoeinlagen beisteuerte. Ab 1816 arbeitete RadziwiĹĹ an einer dramaturgischen Einbettung seiner Lieder bzw. an der Durchkomposition des gesamten Stoffes. Proben, einige davon vor der Hofgesellschaft des preuĂischen KĂśnigs Friedrich Wilhelm III., wurden nun von Lesungen nicht vertonter Passagen begleitet. Neben Laien nahmen geschulte Schauspieler teil. Gleichzeitig gab es erste Ăśffentliche Konzerte mit RadziwiĹĹs Faust-Musik, an deren Ausarbeitung auch Komponisten wie Carl Friedrich Zelter, auf dessen Anregung RadziwiĹĹ komponiert hatte, und Georg Abraham Schneider mitwirkten. Am 24. Mai 1819 kam es zu einer ersten dramatischen AuffĂźhrung der Studierzimmer-Szenen im Theatersaal von Schloss Monbijou in Berlin. Gesang und Sprechvortrag waren personell getrennt. FĂźr die Erdgeist-Erscheinung benutzte RadziwiĹĹ die Laterna-magica-Projektion eines Goethekopfes, wodurch der Dichter sich sehr geehrt fĂźhlte. Die AuffĂźhrung wurde gleichen Orts am 13. Juni 1819 wiederholt. SechsstĂźndige AuffĂźhrungen am 24. Mai 1820, zum 50. Geburtstag der Gattin RadziwiĹĹs, Luise, im Palais RadziwiĹĹ (als Reichskanzlei später Amtssitz der deutschen Reichskanzler) und am 7. Juni 1820 im Schloss Monbijou waren dann die bis dahin vollständigsten Darbietungen eines Ăźber Jahre gewachsenen BĂźhnenprojekts, an dem die Berliner Geisteswelt trotz des Laiencharakters regen Anteil nahm. Der Schwerpunkt lag auf der GelehrtentragĂśdie bis zu Auerbachs Keller, ergänzt durch einzelne Gretchen-Szenen. Wegen des hĂśfischen Rahmens stand Goethe dem Unternehmen insgesamt offenbar skeptisch gegenĂźber, lieĂ sich aber von Vertrauten regelmäĂig darĂźber berichten.cite-ref-39[39] Das Werk, erst drei Jahre vor RadziwiĹĹs Tod von ihm fertiggestellt, wurde noch bis um 1860 alljährlich von der Sing-Akademie zu Berlin, in der RadziwiĹĹ selbst aktives Mitglied war und als Sänger wirkte, zu GehĂśr gebracht. Am 25. Oktober 2005 kam es zu einer WiederauffĂźhrung durch die Sing-Akademie, nachdem das Stimmenmaterial mit dem Archiv des Chores, welches Jahrzehnte als verschollen galt, aus der Ukraine nach Berlin zurĂźckgegeben worden war.cite-ref-40[40]
⢠1829 â Hoftheater in Braunschweig am 19. Januar. Zur UrauffĂźhrung kam eine textlich, inhaltlich und vom Handlungsablauf gegenĂźber dem als unspielbar gehaltenen Originaltext Goethes radikal veränderte, fĂźr die BĂźhne redigirte Fassung in sechs Abteilungen. Gestrichen waren unter anderem die beiden Vorspiele sowie die Szenen âAbendâ und âWalpurgisnachtâ. Die Inszenierung von Ernst August Friedrich Klingemann betonte vor allem die GretchentragĂśdie. Die AuffĂźhrung dauerte Ăźber dreieinhalb Stunden und war ein groĂer Erfolg.
⢠1829 â Hoftheater in Weimar am 29. August zu Goethes achtzigstem Geburtstag, zeitgleich zu AuffĂźhrungen in Leipzig, Dresden und Frankfurt am Main. Es handelte sich um eine an die Braunschweiger Inszenierung angelehnte Fassung, deren Text Johann Peter Eckermann, Friedrich Wilhelm Riemer und Regisseur Friedrich August Durand so Ăźberarbeitet hatten, dass acht statt sechs Szenen gespielt wurden. Die begleitende Musik stammte von Franz Carl Adelbert Eberwein. Zensurbedingte Streichungen betrafen vor allem als anzĂźglich empfundene und kirchenkritische Passagen; auch alle Verweise auf Gott mussten entfallen. â Goethe, der verärgert war, weil man den Beschluss zur AuffĂźhrung des âFaustâ getroffen hatte, ohne ihn zu konsultieren, hielt sich offiziell von den Vorbereitungsarbeiten fern. Trotzdem nahm er Ăźber Eckermann Einfluss auf Inszenierung und Textänderungen. Mit Carl von La Roche, dem Mephisto, probte er privat so intensiv, dass der Schauspieler später meinte, jede Gebärde, jeder Schritt, jede Grimasse, jedes Wort stamme von Goethe selbst. In einer insgesamt kritischen Stellungnahme zur Weimarer Inszenierung verglich Karl von Holtei La Roches jovialen Mephisto dann auch positiv mit der blassen Faust-Darstellung Durands. An der UrauffĂźhrung nahm Goethe ebenso wenig teil wie an einer zweiten AuffĂźhrung am 8. November 1829, der letzten in Weimar zu seinen Lebzeiten. Bis 1873 wurde die Inszenierung insgesamt neununddreiĂig Mal in der Stadt auf die BĂźhne gebracht.cite-ref-41[41]
⢠1875/76 â UrauffĂźhrung, inklusive des postum 1832 verĂśffentlichten zweiten Teils, im Hoftheater zu Weimar unter der Regie Otto Devrient mit der Musik von Eduard Lassen.cite-ref-42[42] Diese Inszenierung, die Devrient auch in Berlin, KĂśln und DĂźsseldorf zur AuffĂźhrung brachte, hatte noch einen starren dreigliedrigen BĂźhnenbau. Zusätzliche Aufbauten waren fĂźr schnelle Szenenwechsel erforderlich.
⢠1895 â Jocza Savits arbeitete bereits variabler mit offenen Verwandlungen.
⢠1909/11 â Max Reinhardt nutzte am Deutschen Theater in Berlin die neue DrehbĂźhne fĂźr beide Teile des Faust.
⢠1932 â AuffĂźhrungsserie von Lothar MĂźthels Faust I mit Gustaf GrĂźndgens als Mephisto am PreuĂischen Staatstheater in Berlin, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs andauerte. Hier begann der gefeierte Schauspieler und (ab 1935) Generalintendant GrĂźndgens die klassische schwarz-weiĂe Maske zu entwickeln, die man heutzutage mit dem Mephisto identifiziert. Anlässlich des 100. Todestages des Autors erhielt Hermann Simon den Auftrag eine neue Schauspielmusik zu Faust. Eine TragĂśdie zu komponieren.
⢠1933 â Max Reinhardt inszenierte die erste AuffĂźhrung von Faust I bei den Salzburger Festspielen als Freiluftspiel in der Felsenreitschule. Clemens Holzmeister baute hierfĂźr eine bis zu 20 Meter hohe, durch versteckte Gänge und Treppen verbundene Fauststadt mit Zitaten aus der Architektur Salzburgs. Auch die Galerien wurden ins Schauspiel einbezogen. Die Ausstattung war naturalistisch, da Reinhardt eine perfekte Illusion des ausgehenden Mittelalters erzeugen wollte. Den Schwerpunkt legte er auf die kleinstädtische Welt Gretchens. Weil alle Szenenorte von Faust I erstmals gleichzeitig zur VerfĂźgung standen, konnte auf Umbaupausen verzichtet werden. Eine raffinierte Beleuchtungsdramaturgie betonte die Simultanität von Ereignissen und durch Farbgebung die Grundstimmung einer Szene. Bernhard Paumgartner komponierte eine auf akustischen Realismus ausgerichtete Begleitmusik sowie Lieder, die dem Lokalkolorit angepasst waren. Die Leitung der BĂźhnenmusik oblag dem jungen Herbert von Karajan. Premiere war am 17. August 1933. Ein Teil der AuffĂźhrung musste wegen Regens ins Festspielhaus verlegt werden. Erst am 25. August gelang eine komplette VorfĂźhrung in der Felsenreitschule. Die Kritiken waren gespalten: Lobten einige Rezensenten die Sinnenfreude der Inszenierung, bemängelten andere eine opernhafte Melodramatik und eine Vernachlässigung von Goethes Text gegenĂźber optischen Effekten. Kritik an Reinhardt und Mephisto-Darsteller Max Pallenberg hatte dabei auch antisemitische UntertĂśne. Einhellig gelobt wurde die ungewohnt unsentimentale Gretchen-Interpretation Paula Wesselys. Den Faust spielte Ewald Balser. Die Inszenierung wurde mit wechselnden Mephisto-Darstellern (Raoul Aslan, Franz Schafheitlin, Werner KrauĂ) bis 1937 gezeigt, nach der MachtĂźbernahme der Nationalsozialisten in Ăsterreich aber abgesetzt.cite-ref-43[43]
⢠1933 â Auch im Theater in der Josefstadt inszenierte Reinhardt den Faust I in der Intendanzzeit seines Nachfolgers als Direktor Otto Preminger. Die Premiere war dort am 4. September 1933. Die Realisierung seines Projekts Faust II wurde durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten verhindert.
⢠1938 â Marie Steiner inszenierte die erste ungekĂźrzte AuffĂźhrung beider Teile als weltanschaulich-anthroposophisches Weihe- oder Festspiel.
⢠1939 â Das Burgtheater in Wien setzte Faust I mit Ewald Balser als Faust ins Repertoire. Diese gefeierte Serie dauerte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
⢠1948 â Im Ronacher in Wien spielte das Burgtheater-Ensemble (das Haus an der Wiener RingstraĂe war zerstĂśrt) Faust I. Regie: Ewald Balser, Oskar Werner als SchĂźler.
⢠1949 â In Hannover machte Alfred Noller mit seinem âAluminium-Faustâ, in der Titelrolle Gerhard Just, den Neuanfang nach dem Krieg. Ostern war Faust I zu sehen und Faust II am 28. August. Noller brach mit den Prinzipien der Faust-Inszenierungen des 19. Jahrhunderts. Die BĂźhne von Rudolf Schulz bestand aus einem halb-kugelfĂśrmigen GerĂźst aus Leichtmetall. Im Hintergrund spiegelte eine Aluminiumwand die Lichtreflexe (der Phantasie). Das Metallische symbolisiert das Kosmische. Die Räumlichkeiten vom Studierzimmer bis zum Kerker wurden nur angedeutet. Die fĂźnfstĂźndige Version von Faust I wies nur einen Strich auf: der Walpurgisnachtstraum entfiel. Auerbachs Keller war eine derbe Saufszene, die Walpurgisnacht mit Lichtreflexen auf der metallenen Wand eine Sinnesorgie. Faust war nicht mehr die wohlredende Prunkfigur des 19. Jahrhunderts, sondern der an seinem Wissen und Denken verzweifelnde Mensch, der abtrĂźnnige Humanist.
⢠1949 â Am Broadway in New York inszenierte der Wiener Schauspieler und Regisseur Leon Askin den Faust I mit groĂem Erfolg.
⢠1952 â Das Berliner Ensemble unter der Regie von Egon Monk inszenierte den Urfaust als provokative Neudeutung vor dem Hintergrund spieĂiger Inszenierungen in der DDR. Parteischelte war die Folge. Bert Brecht formte Goethes Vorlage episch um: Im Prolog macht Mephisto den Zuschauer mit den wichtigsten Dramengestalten bekannt. Da der Urfaust ein Fragment ist, fĂźllte Brecht diese Leerstellen mit BrĂźckenversen, die dem Zuschauer aus einem voluminĂśsen Buch vorgelesen werden. Wirkungsgeschichtlich begann mit dieser Urfaust-Inszenierung die Abkehr vom realistisch-naturalistischen BĂźhnenbau, die von Gustaf GrĂźndgens und Claus Peymann fortgesetzt wurde.
⢠1954 â Im Deutschen Theater in Berlin spielten Kurt OligmĂźller (Faust) und Ernst Busch (Mephisto) unter der Regie von Wolfgang Langhoff den Faust I. Der westliche Vorwärts-Verlag kritisierte am 7. Januar 1954: âDie AuffĂźhrung trug alle Merkmale der kommunistischen Schauspielkunst Ernst Buschs. Nicht die Worte Goethes in ihrer Bedeutung standen im Mittelpunkt der Interpretation, sondern die weltanschauliche Sinngebung des Handlungsganges, aus der ostzonalen âHexenkĂźcheââŚâ So ideologisch vorbehaltvoll blieb die westliche Kritik bis in die 1960er Jahre, die Ăśstliche sogar bis in die 1980er Jahre.
⢠1955 â Staatsakt im Burgtheater am 14. Oktober zur NeuerĂśffnung nach dem Wiederaufbau infolge der ZerstĂśrungen des 2. Weltkriegs: Vorspiel auf dem Theater; Werner KrauĂ (Der Direktor), Raoul Aslan (Der Dichter), Hermann Thimig (Lustige Person).
⢠1956/1957 â Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg erfolgte unter der Regie und Intendanz von Gustaf GrĂźndgens die Neuinszenierung des Faust mit Will Quadflieg (Faust), GrĂźndgens (Mephisto), Ella BĂźchi (Gretchen), Elisabeth Flickenschildt (Marthe), Max Eckard (Valentin), Eduard Marks (Wagner), Uwe Friedrichsen (SchĂźler). GrĂźndgens erarbeitete mit seinem BĂźhnenbildner Teo Otto Schritt fĂźr Schritt eine entrĂźmpelte Fassung. Beide bekannten sich zu ihrer âEinfallslosigkeitâ und zeigten die BĂźhne als nacktes Gerippe. GrĂźndgens entwickelte seine Konzeption anhand des Vorspiels auf dem Theater. Entsprechend ist alles (Himmel, HĂślle, groĂe oder kleine Welt) die Welt des Theaters. Die Inszenierung gastierte auch in Moskau und wurde 1960 mit groĂem Erfolg verfilmt.
⢠1976 â Am Wiener Burgtheater, in der Intendanzzeit Gerhard Klingenbergs entstand ein weiterer HĂśhepunkt des avantgardistischen Regietheaters von Otomar KrejÄa: Faust I mit Rolf Boysen als Faust und Heinz Reincke als Mephistopheles. Dies war bis 2009 die letzte Burg-Inszenierung von Goethes Faust im Haus am Ring.
⢠1977 â In Stuttgart inszenierten Claus Peymann, Achim Freyer und Hermann Beil einen frivolen Spieltext. Faust I und II an zwei Tagen als zusammenhängendes StĂźck zur Geschichte des Heraustretens aus dem Mittelalter bis zur Entwicklung des BĂźrgertums. Das BĂźhnengerĂźst war zum Teil dreistufig. Ganz oben residierte der Herr mit seinen Engeln, Fausts Welt blieb zunächst dunkel. Die Beleuchtungstechnik erschloss beispielsweise die Gretchen-Szene. Alle Szenen wurden durch Striche gekĂźrzt mit Ausnahme der Zueignung und des Prologs im Himmel. Die Vorstellungen waren zwei Jahre lang ausverkauft. GroĂe Teile des jugendlichen Publikums umjubelten die Darsteller. Als Peymann Stuttgart 1979 aus politischen GrĂźnden verlassen musste, lagen so viele schriftliche Bestellungen vor, dass der Faust fĂźnf Jahre hätte gespielt werden kĂśnnen. Martin LĂźttge (Faust), Therese Affolter (Gretchen).
⢠1979 â In Schwerin inszenierte Christoph Schroth Faust I und Faust II an einem Abend mit einer Reihe politischer BezĂźge. So spielte alles hinter einem âEisernen Vorhangâ. Die Inszenierung wurde Ăźber 100-mal in ausverkauften Häusern gezeigt u. a. 1982 zur Tagung der Goethe-Gesellschaft in Weimar.
⢠1984 â Das Berliner Ensemble spielte unter Horst Sagert Faust-Szenen mit Hermann Beyer (Faust) und Corinna Harfouch (Gretchen). Sagert knĂźpfte an die fragmentarische Brecht/Monk-Inszenierung von 1952/53 an und verwendete fĂźr seine Inszenierung Texte aus dem Umkreis der Dichtung, die zu einer Abrechnung mit dem âSturm und Drangâ wird. So grenzte er Fausts Titanismus und den Titan Prometheus gegeneinander ab.
⢠1986 â Dieter Dorns Inszenierung an den MĂźnchner Kammerspielen (siehe auch Verfilmungen).
⢠1990 â Faust I & II als drei Abende dauerndes StĂźck am Staatsschauspiel Dresden von Wolfgang Engel. u. a. mit Freunde der italienischen Oper
⢠1990 â Faust I im Schauspiel Frankfurt von Einar Schleef.
⢠2000 â von Peter Stein; Erste professionelle GesamtauffĂźhrung beider Teile.cite-ref-44[44] â mit Bruno Ganz als âaltemâ und Christian Nickel als âjungemâ Faust. Johann Adam Oest und Robert Hunger-BĂźhler teilten sich die Rolle des Mephisto. Dorothee Hartinger gab die Margarete. Insgesamt waren 80 Mitarbeiter, davon 33 Ensemble-Schauspieler beschäftigt. Dieses 15-Mio.-Euro-GroĂprojekt wurde durch das bis dato grĂśĂte Kunstsponsoring Europas aus privater und Ăśffentlicher Hand finanziert. Das Projektmarketing beinhaltete neben dem Ăźblichen Programmbuch, einen preisgekrĂśnten, hochprofessionellen Web-Auftritt und Online-Videos im ZDF. Die Sponsoren waren: EXPO 2000, Deutsche Bank, DaimlerChrysler, Mannesmann, Ruhrgas, die Deutsche Bundesregierung, der Berliner Senat, die Stadt Wien und 850 Privatsponsoren. Premiere am 22./23. Juli und Serie bis 24. September 2000 auf der EXPO 2000 in Hannover, Gastspiel in Berlin (21. Oktober 2000 bis 15. Juli 2001) und Wien (8. September bis 16. Dezember 2001). Die AuffĂźhrungsdauer incl. Pausen betrug 21 Stunden; reine Spielzeit 15 Stunden, aufgeteilt auf 3 Wochenend- bzw. 4 (oder 5?) Abendvorstellungen, in eigens fĂźr dieses GroĂprojekt adaptierten Hallen. In den beiden Spielhallen wurden 18 unterschiedliche BĂźhnenräume realisiert, zwischen denen das Publikum gehend wechselte. Der einheitliche Eintrittspreis betrug 233 âŹ. Eine vierteilige DVD-Ausgabe erschien 2005 mit einer Laufzeit von 814 Minuten (DVD 9 mit 2 Layern).
⢠2009 â Unter der Intendanz und Regie von Matthias Hartmann, mit Tobias Moretti als Faust und Gert Voss als Mephisto, werden beide Teile auf die BĂźhne des Wiener Burgtheaters gebracht. Die Gesamtspieldauer beträgt 7 Stunden. Premiere war am 4. September. Dies ist die erste Neuinszenierung des Faust am Haus am Ring seit 1976, und die ErstauffĂźhrung des â allerdings stark gestrichenen â zweiten Teils an der Burg.cite-ref-45[45]
⢠2011 â Erstmals in der Geschichte der Salzburger Festspiele inszeniert Nicolas Stemann Faust I und II als Marathonvorstellung an einem Abend. Mit Pausen dauert die Vorstellung etwa 8 ½ Stunden. Im ersten Teil spielen die drei Schauspieler Sebastian Rudolph, Philipp Hochmair und Patrycia ZiĂłĹkowska alle Rollen, teilweise einander abwechselnd und Ăźberlappend. Premiere der Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg war am 28. Juli 2011.
Adaptionen
Verfilmungen
⢠Faust â eine deutsche Volkssage. Deutschland 1926, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, mit GĂśsta Ekman als Faust, Emil Jannings als Mephisto
⢠Faust. BR Deutschland 1960, Regie: Peter Gorski, mit Will Quadflieg als Faust und Gustaf Grßndgens als Mephistopheles.
⢠Faust â Vom Himmel durch die Welt zur HĂślle. ZDF-Theaterkanal, Deutschland 1987/88, Regie: Dieter Dorn, mit Helmut Griem als Faust und Romuald Pekny als Mephistopheles.
⢠Lekce Faust. Tschechien 1994, Regie: Jan Ĺ vankmajer, mit Petr Äepek als Faust.
⢠Peter Stein inszeniert FAUST von Johann Wolfgang Goethe. Deutschland 2000, Fernsehregie: Peter SchÜnhofer und Bruno Grimm, mit Christian Nickel und Bruno Ganz als Faust. Die Verfilmung von Peter Steins Mammutprojekt, das bei der Urauffßhrung auf der EXPO 2000 erstmals die Gesamtinszenierung von Goethes Faust auf die Bßhne brachte.
⢠Faust. Der TragÜdie erster Teil. Deutschland 2008/09, Regie: Ingo J. Biermann, mit Adolfo Assor als Faust und Robert Gwisdek als Mephistopheles.
⢠Faust. Russland 2011, Regie: Alexander Sokurov
⢠Goethes Faust. Deutschland 2020, Regie: Karsten Prßhl
Vertonungen
⢠Ignaz Walter, verÜffentlichte 1797 die erste Oper basierend auf Goethes Faust
⢠FĂźrst Anton RadziwiĹĹ, komponierte erstmals 1808 Musik zum Faust (vgl. Abschnitt âBedeutende Inszenierungenâ).
⢠Ludwig van Beethoven, aus Goethes Faust âEs war einmal ein KĂśnigâ (op. 75/3) (1809).
⢠Franz Schubert, âGretchen am Spinnradeâ (1814), âSzene aus Goethes Faustâ und âDer KĂśnig von Thuleâ (1816).
⢠Louis Spohr, Oper Faust (1818/1852)
⢠Felix Mendelssohn Bartholdy, Scherzo aus dem Oktett in Es-Dur, op. 20, (1825), âGretchen (Meine Ruhâ ist hin)â, op. 112.
⢠Albert Lortzing, âDon Juan und Faustâ (1829)
⢠Richard Wagner, âEine Faust-OuvertĂźreâ (1840), âSieben Kompositionen zu Goethes Faustâ, op. 5 (1831, revidiert 1832) und âGretchens Bitteâ (1817).
⢠Hector Berlioz, La damnation de Faust (1846).
⢠Robert Schumann, âSzenen aus Goethes Faustâ (1853).
⢠Franz Liszt, âFaust-Sinfonieâ (1857).
⢠Franz Liszt, âMephisto-Walzerâ (1856â1861, 1878â1881, 1883, 1885).
⢠Charles Gounod, Oper Faust (1859).
⢠Anton Rubinstein, âFaust, musikalisches Bild nach Goetheâ (1864)
⢠Arrigo Boito, Oper Mefistofele (1868) auf der Textgrundlage von Faust I.
⢠Pablo Sarasate, âNouvelle fantaisie sur âFaustââ (1874)
⢠Eduard Lassen, âMusik zu Goethes Faust. I. und II. Theilâ (1876)
⢠Gustav Mahler, 8. Sinfonie (1910).
⢠Ferruccio Busoni, âLied des Mephistopheles aus Goethes Faustâ (1919).
⢠Paul Dessau, â7 Lieder zu Goethes Faustâ (1949), Faust I (1949) und Urfaust (1952).
⢠Else Marie Pade, Faust Suite (1962).cite-ref-46[46]
⢠Faust-Rausch mit Musik von Christopher Noodt. Sprecher: Otto Strecker, Jana Kozewa, Felix Isenbuegel.
Weiteres
⢠Mephistopholes und Margaretta, Hyderabad, Skulptur (19. Jh.)
⢠Der Nummer-eins-Hit Das Omen (Teil 1) von Mysterious Art ist textlich an Faust angelehnt, im Musikvideo wird zu Beginn Mephistopheles zitiert.cite-ref-47[47]
⢠Faust: Eine TragÜdie als feministischer Comic von Roya Soraya (2022)cite-ref-48[48]
⢠Berndeutsche Fassung: Marcus Pfister: Dr Bärner Fuuscht. Inschpiriert vom Johann Wolfgang Goethe sym Faust. Zytglogge, Bern 2025, ISBN 978-3-7296-5183-8.
Ausgaben von Faust. Der TragĂśdie erster Teil
Ausgaben zu Lebzeiten Goethes
⢠1790: Faust. â Ein Fragment von Goethe. â Aechte Ausgabe. G. J. GĂśschen, Leipzig, 168 S. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
⢠1808: Faust. â Eine TragĂśdie. Cottaâsche Verlagsbuchhandlung, TĂźbingen, 309 S. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv Erste vollständige Ausgabe des ersten Teils.
Textausgaben mit wissenschaftlichem Anspruch
⢠Faust. Der TragĂśdie erster Theil. Bearbeitet von Erich Schmidt. BĂśhlau, Weimar 1887 (Goethes Werke. Herausgegeben im Auftrage der GroĂherzogin Sophie von Sachsen [Weimarer Ausgabe]. Abteilung I, Bd. 14). Historisch-kritische Ausgabe,
⢠Faust. Eine TragĂśdie. In: Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz, Bd. 3: Dramatische Dichtungen, Bd. 1. Christian Wegner Verlag, Hamburg 1949, S. 7â145. 16. Auflage: C. H. Beck, MĂźnchen 1998, ISBN 3-406-31234-9.
⢠Der TragÜdie erster Theil. Bearbeitet von Ernst Grumach und Inge Jensen. Akademie-Verlag, Berlin 1958 (Werke Goethes. Herausgegeben von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin unter Leitung von Ernst Grumach. Faust, Bd. 2). Angelegt als historisch-kritische Ausgabe. Vor Erscheinen des Apparatbands eingestellt.
⢠Faust. Eine TragĂśdie. In: Johann Wolfgang Goethe: Faust. Texte. Hrsg. von Albrecht SchĂśne. Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-618-60270-7, S. 9â199. Taschenbuch: Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-458-34700-3. Der Text folgt der Ausgabe letzter Hand bzw. der Druckvorlage zu ihr.
⢠Faust. Eine TragÜdie [1808]. Historisch-kritisch ediert und kommentiert von Karl Heinrich Hucke. Aschendorff, Mßnster 2008, ISBN 978-3-402-12755-1 (Inhaltsverzeichnis). Der Text folgt dem Erstdruck.
⢠Faust. Eine TragĂśdie. In: Johann Wolfgang Goethe: Faust-Dichtungen. Faust, erster Theil. Faust, zweyter Theil. FrĂźhere Fassung (âUrfaustâ). Paralipomena. Hrsg. und kommentiert von Ulrich Gaier, Reclam, Stuttgart 2010 (Reclam Bibliothek), S. 7â213. Der Text folgt der Ausgabe letzter Hand.
⢠Historisch-kritische Edition von Goethes Faust. DFG-Projekt unter der Leitung von Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Silke Henke (Goethe- und Schiller-Archiv) und Fotis Jannidis (Julius-Maximilians-Universität Wßrzburg). Hybride Publikation; 2018 erschienen die Buchausgabe und eine zweite, durchgesehene Auflage des konstituierten Textes.
Ausgaben mit kunstgeschichtlichem Aspekt
⢠Goethe. Faust. Gesamtausgabe, Textreversion von Hans Gerhard Gräf, enthält Urfaust, Fragment, Faust eine TragÜdie, Paralipomena. Dßnndruckausgabe Insel-Verlag Leipzig 1909
⢠Goethe. Faust. Mit einer Einleitung Faust und die Kunst von Max von Boehn. Hundertjahrs Ausgabe im Askanischen Verlag. Berlin: Carl Albert Kindle, 1924. Die Einleitung umfasst 221 Seiten mit zahlreichen Abbildungen zur Kunstgeschichte.
Leseausgaben
⢠Faust. TragĂśdie von Goethe. Erster Teil und zweiter Teil (mit Illustrationen von Josef WeiĂ), Hugo-Schmidt-Verlag, MĂźnchen, um 1920
⢠Johann Wolfgang Goethe: Faust. Der TragÜdie Erster Teil. Reclam, Stuttgart 1986 [u.Ü.] (Reclams Universal-Bibliothek Nr. 1), 136 Seiten, ISBN 978-3-15-000001-4 Ausgabe fßr Schßler, mit Nachwort und Anmerkungen.
⢠Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der TragÜdie erster Teil. Hamburger Lesehefte Verlag, Husum 2019 (Hamburger Leseheft Nr. 29), 160 Seiten, ISBN 978-3-87291-028-8 Ausgabe fßr Schßler, mit Nachwort und Anmerkungen.
⢠Johann Wolfgang Goethe: Faust. Eine TragĂśdie (Faust I). Textedition: Albrecht SchĂśne. Mit einem Kommentar von Ralf-Henning Steinmetz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, 8. Aufl. 2018 (Suhrkamp BasisBibliothek, Bd. 107), 299 Seiten, ISBN 978-3-518-18907-8 Wissenschaftliche Textausgabe fĂźr Studium und Schule, mit Worterklärungen, Vergleichsszenen aus Faust â FrĂźhe Fassung und ausfĂźhrlichem Kommentar
Bibliophile Ausgaben
⢠Faust. Jahrhundertausgabe im Askanischen Verlag. Druck mit Kopfgoldschnitt und einer Einleitung Faust und die Kunst von Max von Boehn. Druck zu âEhren des Schirmherrn des Deutschen Schrifttums Dr. Joseph Goebbels [sic!]â. Askanischer Verlag Carl Albert Kindle, Berlin 1938.
⢠Faust. Von Hand gebundene und nummerierte Vorzugsausgabe von 250 Exemplaren mit Illustrationen von Max Beckmann und Bernhard Heisig sowie zwei beigefßgten Originalgraphiken von Beckmann und Heisig. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig und Deutscher Bßcherbund GmbH & Co., Stuttgart/Hamburg/Mßnchen 1982.
Sekundärliteratur
Periodika
⢠Knittlinger Doktor-Faust-Archiv. Knittlingen 1956â1961, später Faust-Blätter. Knittlingen 1967â1980, dann Publikationen des Faust-Archivs und der Faust-Gesellschaft, Knittlingen 1983â1999.
⢠Publikationen des Faust-Archivs. Maulbronn 1982â1996
⢠Faust-Jahrbuch. Bielefeld 2005â2020
Forschungsgeschichte
⢠Rßdiger Scholz: Die Geschichte der Faust-Forschung. Weltanschauung, Wissenschaft und Goethes Drama. 2. Auflage, 2 Bände Wßrzburg 2023, 1239 S., ISBN 978-3-8260-7601-5. 1. Auflage, 2 Bände Wßrzburg 2011, 906 S., ISBN 978-3-8260-4508-0.
Kommentare und Interpretationen
⢠Hans Arens: Kommentar zu Goethes Faust I. Winter, Heidelberg 1982, ISBN 3-533-03184-5. [Wissenschaftlicher Standardkommentar. Zeilenkommentar.]
⢠Rßdiger Bernhardt: Johann Wolfgang von Goethe, Faust Teil I. In: KÜnigs Erläuterungen: Textanalyse und Interpretation. Band 21. C. Bange Verlag, Hollfeld 2011, ISBN 978-3-8044-1943-8.
⢠Alwin Binder: Faustische Welt. Interpretationen von Goethes Faust in dialogischer Form. Urfaust â Faust-Fragment â Faust I. LIT, MĂźnster u. a. 2002, ISBN 3-8258-5924-X. [Kommentare und Interpretationen.]
⢠Wilhelm BĂśhm: Goethes âFaustâ in neuer Deutung. Ein Kommentar fĂźr unsere Zeit. Seemann, KĂśln 1949.
⢠Heinrich Dßntzer: Goethes Faust. Erster Teil. Erläutert von Heinrich Dßntzer. 6. Auflage. Dyk, Leipzig 1899 (1. Aufl. 1850).
⢠Karl Eibl: Das monumentale Ich â Wege zu Goethes âFaustâ. Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 2000, ISBN 3-458-34363-6.
⢠Kuno Fischer: Goethes Faust. 4 Bände (Bd. 1: Die Faustdichtung vor Goethe; Band 2: Entstehung, Idee und Composition des Goetheschen Faust; Band 3â4: Die Erklärung des Goetheschen Faust nach der Reihenfolge seiner Szenen). In: Goethe-Schriften. Band 6â9. Winter, Heidelberg 1902â1913.
⢠Theodor Friedrich, Lothar J. Scheithauer: Kommentar zu Goethes Faust. Mit einem Faust-WÜrterbuch und einer Faust-Bibliographie. In: Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 7177. Reclam, Stuttgart 1996 (1. Aufl. 1932), ISBN 3-15-007177-1.
⢠Ulrich Gaier: Faust-Dichtungen. Band 2. Kommentar 1. Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-030019-3. [Szenen- und Zeilenkommentar in verschiedenen Lesarten.]
⢠Heinz Hamm: Goethes âFaustâ. Werkgeschichte und Textanalyse. 6., vĂśllig neu bearbeitete Auflage. Volk-und-Wissen-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-06-102821-8.
⢠Beate Herfurth-Uber: Goethe, Faust 1, HÜren & Lernen, Wissen kompakt in 80 Minuten. Mit Schlßsselszenen einer Inszenierung am Staatstheater Braunschweig. Interview mit dem Regisseur Wolfgang Gropper. MultiSkript Verlag, 2008, ISBN 978-3-9812218-3-1 (Audio-CD).
⢠Wolfgang KrÜger: Johann Wolfgang Goethe: Faust I. Reclam Lektßreschlßssel. Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 15301. Reclam, Stuttgart 2001. ISBN 978-3-15-015301-7.
⢠Georg Lukåcs: Faust und Faustus. Vom Drama der Menschengattung zur TragÜdie der modernen Kunst. Rowohlt, 1967.
⢠Eudo C. Mason: Goetheâs Faust. Its genesis and purport. University of California Press, Berkeley 1967.
⢠Paul Requadt: Goethes âFaust Iâ: Leitmotivik und Architektur. Fink, MĂźnchen 1972.
⢠Heinrich Rickert: Goethes Faust. Die dramatische Einheit der Dichtung. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tßbingen 1932.
⢠Wilhelm Scherer: Betrachtungen Ăźber Goethes Faust. Goethe-Jahrbuch, Band 6 (1885), S. 231â261http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Dgoethejahrbuchv00unkngoog~MDZ%3D%0A~SZ%3Dn255~doppelseitig%3D~LT%3DS.%20231%E2%80%93261~PUR%3D
⢠Jochen Schmidt: Goethes Faust. Erster und Zweiter Teil. Grundlagen â Werk â Wirkung. 2. Auflage. C. H. Beck, MĂźnchen 2001, ISBN 3-406-48448-4.
⢠Albrecht SchÜne: Faust. Kommentare. In: Friedmar Apel u. a. (Hrsg.): Johann Wolfgang von Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebßcher und Gespräche. Abt. 1, Band 7. Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-618-60270-7. [Moderner Kommentar. Zeilenkommentar]
⢠Ralf Sudau: Johann Wolfgang Goethe, Faust I und Faust II. Interpretiert von Ralf Sudau. 2. Auflage. Oldenbourg Schulbuchverlag GmbH, Mßnchen 1998, ISBN 3-637-88663-4.
⢠Ernst Traumann: Goethes âFaustâ. Nach Entstehung und Inhalt erklärt. Band 1: Der TragĂśdie erster Teil. Beck, MĂźnchen 1924 (ursprĂźnglich 1913).
⢠Erich Trunz (Hrsg.): Faust. Der TragÜdie erster und zweiter Teil, Urfaust. Beck, Mßnchen 2007, (Hamburger Ausgabe, zuerst erschienen 1949), ISBN 978-3-406-55250-2.
⢠Johannes Wahl: Johann Wolfgang von Goethe, Der TragÜdie erster Teil [inklusive Abitur-Fragen mit LÜsungen]. Klett Lerntraining Lektßrenhilfen, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-12-923063-3.
⢠200 Jahre Faust. In: Die Zeit. Nr. 13/2008.
Einzeldarstellungen
⢠Gottfried Diener: Fausts Weg zu Helena: Urphänomen und Archetypus. Darstellung und Deutung einer symbolischen Szenenfolge aus Goethes Faust. Klett, Stuttgart 1961.
⢠Anne Uhrmacher: Hexenangst und Hexenverfolgung in Goethes âFaustâ. Die Deutung verschwiegener Spuren in der Literatur. De Gruyter, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-131077-0.
Siehe auch
Weblinks
Wikiquote: Faust I
â Zitate
Wikisource: Faust - Der TragĂśdie erster Teil
â Quellen und Volltexte
Wikisource: Rezeption von Goethes Faust
â Quellen und Volltexte
Commons
: Faust-Illustrationen
â Album mit Bildern
Wikiversity: Goethes Faust. Eine heitere TragĂśdie.
â Kursmaterialien
Wikiversity: Abb. des Titelblatts Goethe, J. W.: Faust. Ein Fragment. (1790)
â Kursmaterialien
⢠Faust. Der TragÜdie erster Teil bei Zeno.org.
⢠Gedicht Goethes, zur Erklärung seiner Faustdichtung gehÜrig. johannfaust.de
⢠Faust I nach Kapiteln geordnet, mit Versnummerierung sciencesoft.at
⢠Faust I Leseprobe
⢠Faust. Der TragÜdie erster Teil als kostenloses HÜrbuch bei LibriVox
⢠Faust. Eine TragÜdie im Projekt Gutenberg-DE
⢠Faust. Eine TragÜdie im Project Gutenberg (1808)
⢠Faust. Der TragÜdie erster Teil im Project Gutenberg
⢠Faust- und Gretchenmotive im Goethezeitportal
⢠Moritz Retzsch: Umrisse zu Goethes Faust. 1820.
⢠Faust-Edition, digitale historisch-kritische Ausgabe
Einzelnachweise
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cite-note-44. â Barbara Mabee: Die KindsmĂśrderin in den Fesseln der bĂźrgerlichen Moral: Wagners Evchen und Goethes Gretchen. In: Archiv fĂźr Begriffsgeschichte. Nr. 45. Hamburg 2003, S. 38.
cite-note-55. â Matthias Mayer, Carsten Rohne, Thorsten Valk (Hrsg.): Faust Handbuch. Konstellationen - Diskurse - Medien. Stuttgart 2018, S. 245.
cite-note-66. â Anna Rossell: Die Liebe als ewige Sehnsucht in Goethes Faust. In: Revista de Filologia Alemana. Nr. 13, 2005, S. 33.
cite-note-77. â Walter Nicolai: Faust und die platonische Eroskonzeption. In: Antike und Abendland 54. Band 1, 2008, S. 53 f.
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cite-note-99. â Nicolai 2008, S. 54
cite-note-1010. â vgl. Goethe: Faust, 3418â3458
cite-note-1111. â Matthias Luserke-Jaqui: Faust Sichtung. WĂźrzburg 2021, S. 163.
cite-note-1212. â Nicolai 2008, S. 55f
cite-note-0-1313. â Ernst Feil: Zur Deutung und Bedeutung der Religion in Goethes Faust. In: Archiv fĂźr Begriffsgeschichte 45. Hamburg 2003, S. 232â234.
cite-note-1414. â Mabee 1987, S. 38
cite-note-1515. â Mabee 1987, S. 29
cite-note-1616. â RĂźdiger Scholz: Die beschäftigte Seele des groĂen Mannes. Goethes Faust und die bĂźrgerliche Gesellschaft. Mit einem Artikel und Brief von Will Quadflieg. 3. Auflage. WĂźrzburg 2011, S. 64.
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cite-note-2222. â Moritz Retzsch: Umrisse zu Goethes Faust. In: goethezeitportal.de. Das Goethezeitportal, abgerufen am 7. Juni 2016.
cite-note-2323. â Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe, Kindler 1996, Band 6 GaâGr siehe Literatur, S. 464.
cite-note-2424. â Johann Wolfgang von Goethe: Faust, Erster und zweiter Teil. Urfaust. Kommentiert von Erich Trunz. C. H. Beck, 1986, Volltext in der Google-Buchsuche [1]
cite-note-2525. â So im Brief an seinen Freund Carl Friedrich Zelter vom 26. Juli 1828. Walter Schafarschik: Johann Wolfgang Goethe. Faust II. LektĂźreschlĂźssel fĂźr SchĂźlerinnen und SchĂźler, Reclam 15407, Stuttgart 2008, S. 8.
cite-note-2626. â So im Brief an Zelter vom 1. Juni 1831. Wolfgang KrĂśger: Johann Wolfgang Goethe. Faust I. LektĂźreschlĂźssel fĂźr SchĂźlerinnen und SchĂźler, Reclam 15301, Stuttgart 2001, S. 54.
cite-note-2727. â Wolfgang KrĂśger: Johann Wolfgang Goethe. Faust I. LektĂźreschlĂźssel fĂźr SchĂźlerinnen und SchĂźler. Reclam 15301, Stuttgart 2001, S. 50.
cite-note-2828. â Kindlers neues Literatur-Lexikon. Studienausgabe, Kindler 1996, Band 6 Ga-Gr siehe Literatur, S. 460.
cite-note-2929. â Explizit in den Versen 317, 340, 4554 f., 4684 f., 10182, 10239, 11446, 11936 f.
cite-note-3030. â Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Sonderausgabe: Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. C.H. Beck, 1998 (Volltext in der Google-Buchsuche).
cite-note-3131. â Walter Hinderer: Goethe und das Zeitalter der Romantik. KĂśnigshausen & Neumann, 2002 (Volltext in der Google-Buchsuche).
cite-note-3232. â Theodor Friedrich, Lothar J. Scheithauer: Kommentar zu Goethes Faust. Mit einem Faust-WĂśrterbuch und einer Faust-Bibliographie. Reclam 7177-80/80a, Stuttgart 1966, S. 153 ff., 160 f.
cite-note-3333. â Walter Schafarschik: Johann Wolfgang Goethe. Faust II. LektĂźreschlĂźssel fĂźr SchĂźlerinnen und SchĂźler. Reclam 15407, Stuttgart 2008, S. 7.
cite-note-3434. â Fausts rastlose Tätigkeit wird mit Goethes in Gesprächen und Briefen geäuĂerter Suche nach eigener Unsterblichkeit verbunden. (Theodor Friedrich, Lothar J. Scheithauer: Kommentar zu Goethes Faust. Mit einem Faust-WĂśrterbuch und einer Faust-Bibliographie. Reclam 7177-80/80a, Stuttgart 1966, S. 155.)
cite-note-3535. â RĂźdiger Bernhardt: Faust I (= KĂśnigs Erläuterungen und Materialien. Band 21). 7. Auflage. Bange, Hollfeld 2001, ISBN 978-3-8044-1671-0, S. 102.
cite-note-3636. â Georg BĂźchmann: GeflĂźgelte Worte. Der Citatenschatz des deutschen Volkes. 19. Auflage. Haude & Spenerâsche Buchhandlung (F. Weidling), Berlin 1898, III, S. 174â177, 183 (archive.org). Siehe auch BĂźchmann: GeflĂźgelte Worte. Projekt Gutenberg, abgerufen am 27. November 2018.
cite-note-3737. â Elfriede Jelinek: FaustIn and out. Sekundärdrama zu Urfaust. Dramentext auf der Homepage der Autorin, erreichbar unter Archiv 2012
cite-note-3838. â Eva Bauer Lucca: âKommt alte Liebâ und Freundschaft mit heraufâ. Goetheâs Spuren in Thomas Mannâs Doktor Faustus. (Memento vom 19. September 2011 im Internet Archive) (PDF; 147 kB). 5. März 2005.
cite-note-3939. â Beate Agnes Schmidt: Musik in Goethes âFaustâ: Dramaturgie, Rezeption und AuffĂźhrungspraxis. 1. Auflage. Studiopunkt Verlag, Sinzig 2006, ISBN 978-3-89564-122-0, S. 203â214.
cite-note-4040. â Compositionen zu Goethes Faust. Schering Stiftung, 2010, abgerufen am 18. April 2019.
cite-note-4141. â Georg MenchĂŠn: Faust in Weimar. Hrsg.: Stadtverordnetenversammlung, Ständige Kommission f. Kultur. Weimar 1968, S. 7â11.
cite-note-4242. â Hannah LĂźtkenhĂśner: Eduard Lassens Musik zu Goethes Faust op.57: Studien zur Konzeption, zu den BĂźhnenfassungen und zur Rezeption. Studiopunkt Verlag, Sinzig 2015, ISBN 978-3-89564-165-7.
cite-note-4343. â Pia Janke: Max Reinhardts âFaustâ-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen 1933. In: Jahrbuch des Wiener Goethe-Vereins. Band 102/103, 1999, S. 179â187.
cite-note-4444. â Der Regisseur Stein in: Peter Stein inszeniert Faust von Johann Wolfgang von Goethe. In: Roswitha Schieb u. a. (Hrsg.): Das Programmbuch Faust I und II. Verlag DuMont, ISBN 3-7701-5418-5, S. 9.
cite-note-4545. â Sophia Felbermair: Klassisch und spektakulär. In: orf.at. 2. September 2009, abgerufen am 18. April 2019.
cite-note-4646. â nausika: Faust Suite and others: a belated farewell to Danish experimental music pioneer Else Marie Pade. In: The Sound Projector. 5. Mai 2016, abgerufen am 18. April 2019 (englisch).
cite-note-4747. â Mysterious Art "Das Omen (Teil 1)". In: 80s80s. Abgerufen am 28. Oktober 2023.